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Von Stephanie Grix Mobbing. Über 1,5 Millionen Menschen leiden darunter. 400 bis 600 im Jahr verzweifeln so sehr an den Schikanen, denen sie sich am Arbeitsplatz „Vor fünf Jahren dachte ich noch, die suchen alle nur einen Dummen, dem sie Heinz war Projektleiter in der Elektrobranche. Mit 58 wurde er seinem Unternehmen zu alt und zu teuer. Sie kappten ihm die Verantwortung, nahmen ihm den Dienstwagen weg. Monatelang kämpfte der Mann um sein Ansehen – ohne Erfolg. Daraufhin bekam er starke Depressionen, eine Gastritis, Herzprobleme. Die Psychologen fingen ihn auf: Wir haben gemeinsam eine Erfolgskuchen gemalt, der das Berufsleben des Patienten darstellt“, so Joseph Schwickerath. „Die Aufteilung zeigte deutlich, das 90 % seines Berufslebens ausgesprochen erfolgreich waren und nur die letzten 10 % einen Knacks hatten. Das gab ihm ein gutes Gefühl – und die Möglichkeit, über einen Rückzug ins Privatleben nachzudenken.“ Eine finanzielle Absicherung war da. Heinz fühlte sich wieder stark wie Napoleon. … „Die Patienten lernen zunächst, Abstand zu gewinnen und hinter die Kulissen zu schauen“, erklärt Schwickerath. Sie müssen begreifen was schief gelaufen ist und was sie selbst falsch gemacht haben.: War ich zu blind? Zu ehrgeizig? Denn jedes Mobbing-Opfer trägt eine Portion Eigenschuld. Jedes. Das zu erkennen ist Bestandteil der Therapie. (Einschub:Wenn dies richtig wiedergegeben / zitiert war Gerichtsurteile, die Hoffnung machen: Gut zu wissen: Beim LAG Rheinland-Pfalz wurde einem Bankvorstand 7500 € Schmerzensgeld zugesprochen (AZ: 6 Sa 415/01) weil der Arbeitgeber die Schikanen durch Vorgesetzte nicht verhindert hat. „Systematischer Psycho-Terror“ – so urteilten die Richter beim LAG Thüringen: In einer Sparkasse wurde nicht nur die Menschenwürde eines Angestellten verletzt sondern „in einer Grenze zu strafbaren Körperverletzung berührenden Weise auch seine seelische und körperliche Gesundheit.“ Urteil: Androhung von 25000 € Ordnungsgeld bei weiterem Mobbing (AZ: 5 Sa 403/2000) „Es gibt keinen 100 % Schutz gegen Mobbing“, weiß Lothar Drat (48), Geschäftsführer vom Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing e.V. |
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