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In der Krise hat strategisches Mobbing KonjunkturKontrollen, Drohungen, Beleidigungen: Um in der Krise teures Personal
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Worte können schwerer verletzen als Schläge und einen Menschen sogar auf Dauer arbeitsunfähig machen. An seinem Arbeitsplatz hat Rainer Bode (Name geändert) „Das Papier, auf dem Sie mir Ihre Arbeiten geben, hat für mich den gleichen Wert wie Scheißhauspapier! Ich werde Sie auf Kurzarbeit setzen, Ihren Job werden andere für „Strategisches Mobbing“ oder auch „Bossing“Das, was Bode an seinem Arbeitsplatz widerfahren ist, nennt Lothar Drat, Drat kennt etliche Fälle, in denen gezielt gegen ältere oder körperlich beeinträchtigte Mitarbeiter vorgegangen wurde. Vor allem bei diesen beiden Gruppen sei strategisches Mobbing ein gängiges Mittel geworden, um Personal abzubauen. Wer auf diesem Weg langjährige Mitarbeiter rausekele, könne sich mitunter die Abfindung ersparen. Den Anteil älterer Arbeitnehmer unter den Mobbingopfern schätzt Drat auf rund zehn Prozent (falsch, Ohnmacht, Verunsicherung und HilflosigkeitBevor die Attacken gegen Rainer Bode anfingen, war er in gesundheitlich guter Verfassung. Bis zu seiner Rente wären es nur noch wenige Jahre gewesen. Doch sein Chef hatte andere Vorstellungen: „Sie werden vorher gehen, ohne dass es mich etwas kostet“, lautete Bode zufolge dessen Ziel, das er nun erreicht hat: Denn seit August 2009 ist Bode krankgeschrieben und arbeitsunfähig - eine Rückkehr in den Betrieb ist ungewiss. Oft steckten mangelnde Führungs- und Organisationskompetenzen hinter einem Angriff aus der Chefetage, sagen Arbeitspsychologen wie Gerlinde Kaul von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin. Lothar Drat kann dem nur zustimmen: „Führungskräfte geben auf diese Weise ihr Gefühl von Ohnmacht, Verunsicherung und Hilflosigkeit an ihre Mitarbeiter weiter.“ Die Folgen der Wirtschaftskrise hätten diesen Effekt weiter verstärkt. Kosten- und Leistungsdruck seien in vielen Unternehmen gestiegen, ebenso wie die Unzufriedenheit. ... „Mobbingopfer schwer geschädigt, bevor sie sich Hilfe holen“„Arbeitnehmer sollten, wenn sie diskriminiert werden, dies ihrem Vorgesetzten umgehend schriftlich mitteilen und um Abhilfe bitten“, sagt Stark. Doch den meisten fehlten zu einem solchen Schritt die nötige Kraft und Distanz, meint Drat. Je stärker Mitarbeiter in ihrem Unternehmen verwurzelt seien und sich mit ihrer ganzen Arbeitskraft einbrächten, desto härter träfen sie oft derartige Anfeindungen. Das perfide Spiel werde so lange fortgesetzt, bis sie arbeitsunfähig seien oder von selbst kündigten. Doch das tun gerade langjährige Mitarbeiter in der Regel erst einmal nicht. „Das hat zur Folge, dass viele Mobbingopfer schwer geschädigt sind, bevor sie sich Hilfe holen“, sagt Stark. Drat kann das bestätigen: „Oft sind unsere Klienten völlig aufgelöst, ... so das sie erst psychologisch stabilisiert werden müssen. Die meisten sind wie ausgebrannt und leiden unter Ängsten und psychosomatischen Krankheitssymptomen wie Magen-, Kopf- und Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Atembeklemmungen und Schwindel.“ Aber es gibt auch Lichtblicke: Sowohl Krankenkassen als auch Personalleiter großer Unternehmen hätten die Probleme, die Mobbing verursacht, teilweise erkannt und suchten sich selbst Rat. Unangemeldete Kontrollen des RegionalleitersHelmut Gahre (Name geändert) hat beide Seiten des strategischen Mobbings erlebt - als Betroffener und als Akteur im Auftrag seines Vorgesetzten. Als Betreiber einer Tankstelle wurde er Anfang 2008 von seinem Gebietsleiter dazu angehalten, Personal abzubauen. Die Person, die es treffen sollte, hatte der Gebietsleiter schon ausgesucht: eine 50 Jahre alte Vollzeitkraft, die aufgrund einer Behinderung nicht alle Tätigkeiten verrichten konnte, aber Kündigungsschutz genoss. Gahre sollte ihr mehr Aufgaben geben, als sie bewältigen konnte, und sie abmahnen, wenn ihr Fehler unterliefen - ihr notfalls Schnaps aus dem Tankstellenladen „unterjubeln“. Die Anordnung seines Chefs befolgte Gahre nicht und geriet so selbst unter Druck: Die unangemeldeten Kontrollen des Regionalleiters häuften sich, und als Gahres Stellvertreter ausschied, wurde der Posten nicht wieder neu besetzt. „Bei dir läuft es doch gut, du brauchst keinen“, hieß es aus der Zentrale. Bis zu 80 Arbeitsstunden musste Gahre in der Woche und an den Wochenenden arbeiten. „Auch Rainer Bode hat sich zurückgezogen“, berichtet Lothar Drat vom VPSM. Bis heute habe er nicht die Kraft gefunden, seinen Chef mit seinem Prozessbericht (oder dem VPSM- ... |
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