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SWR1 "Der Abend"
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Moderatorin (Petra Waldvogel): „Fiel der Angriff unter die Gürtellinie? Die alltägliche Schikane am Arbeitsplatz bis hin zum Psychoterror. Mobbing? – Das passiert doch nur den Anderen, den Außenseitern und den Schwachen, aber doch nicht mir.

Das denken womöglich ganz viele von uns und hat vielleicht auch Waltraut Spieß gedacht- die erfolgreiche Sekretärin. Bis sie eines Tages dann selbst eines der rund
zwei Millionen Mobbingopfer in Deutschland wurde.“

W. Spieß: „Ich war gerade sechzig geworden und dann sagte mir mein Chef „Sie passen nicht mehr in mein Team. Sehen Sie zu, dass Sie woanders hinkommen. Mein Team ist im Schnitt dreißig, mit sechzig passen Sie nicht mehr dazu.“ Ich fragte dann: „Hat es was mit meiner Arbeit zu tun? Sind Sie unzufrieden?“ Aber er meinte: „Das hat nichts mit Ihrer Arbeit zu tun. Aber eine weitere Zusammenarbeit mit Ihnen nur über meine Leiche.“

Es ging dann soweit, dass mich niemand mehr ansprechen durfte, mich niemand mehr grüßen durfte. Ich habe vorher hoch qualifiziert gearbeitet, ich habe organisatorisch Kongresse geleitet und Symposien und Tagungen. Dann bekam ich nur noch Kopierarbeit. Zuletzt wurde ich in einen Raum gesetzt. Die Wände waren voller Schimmel, aus offenen Stellen rieselte der Sand, die Fenster waren verrostet und nicht zu öffnen.
An diesem … ja … kapitulierte ich.“

Sprecherin: „Nur über meine Leiche. Dieser Satz ist Waltraut Spieß zur Quintessenz ihrer Mobbingerfahrungen geworden. Bezahlt hat sie diese letztlich mit ihrem Arbeitsplatz und mit ihrer Gesundheit.

Am Telefon ist Annette Peint, Buchautorin und Partnerin eines Mobbingopfers.
" Guten Abend Frau Peint.“

A. Peint: „Guten Abend.“

Sprecherin: „Frau Peint, können Sie das, was wir gerade gehört haben bestätigen?
Ist das bei ihrem Mann auch genauso gewesen?“

A. Peint: „Es ist unglaublich wie sehr diese Geschichte der Geschichte meines Mannes ähnelt. Und ich habe den Verdacht, dass es wahrscheinlich einfach ganz typische Verläufe von Mobbing gibt. Also ich könnte alle Einzelheiten sozusagen unterschreiben. Das hat mein Mann fast bis ins kleinste Detail auch so erlebt. Ihm wurde der Arbeitsraum genommen, er ist erkrankt. Es gab überhaupt keinen Grund dafür - keinen ersichtlichen. Und im Grunde haben sich alle seine Kollegen zusammen„gerottet“ - muss man fast schon sagen und ihn eigentlich geschnitten. Und all das immer ohne Angaben von wirklichen Gründen, außer dass man ihn nicht mehr dabei haben wollte.“

Sprecherin: „Ihr Mann war Verwaltungsangestellter an der Uni Freiburg. Über welchen Zeitraum hat sich dieses Mobbing denn hingezogen und wie ist es dann schließlich ausgegangen?“

A. Peint: „Es ging sehr lang, das muss man auch sagen, dass wir uns am Anfang -und das ist glaube ich wahrscheinlich auch typisch- erstmal nicht wahrhaben wollten. Und vor allem ich als Partnerin wollte das erst gar nicht glauben, weil es da keinen Grund gab. Warum sollte es dann wirklich so sein? Ich habe dann gedacht, man kann es doch sicherlich einrenken und „Red doch mal mit denen! Und man muss den Konflikt mal schlichten.“ Und vor allen Dingen drüber reden. Das glaubt man ja immer, dass das die Dinge lösen könnte. Alles in allem waren das über vier Jahre und dann noch ein Jahr mit Prozessen vor dem Arbeitsgericht. Und so ist es dann auch ausgegangen. Also ihm ist gekündigt worden. Dagegen haben dann wir wieder geklagt und das hat dann mit einem Vergleich geendet, weil wir einfach auch kapitulieren mussten. Also er musste da raus, sonst hätte er es auch nicht durchgehalten, wäre, glaube ich, buchstäblich daran zu Grunde gegangen und ich natürlich auch dann.“

Sprecherin: „Er hat beruflich gelitten, seinen Job verloren. Und auch gesundheitlich?

A. Peint: „Ja genau. Es gab verschiedene Symptome, die erst wieder abklangen als die ganze Geschichte, sozusagen offiziell beendet war.“

Sprecherin: „Und Sie, Frau Peint, haben darüber ein Buch geschrieben. Nun aber nicht über ihren Mann, sondern vielmehr über sich selbst, ihre persönliche Geschichte, ihre Gefühle als Partnerin des Mobbingopfers. Und darüber reden wir weiter in SWR1 „Der Abend.“

...

A. Peint: „Richtig. Es ist die Perspektive der Frau, die fassungslos diesen langsamen Prozess zu Kenntnis nimmt und begleitet und dann an sich selber feststellt wie das ganze eingreift, in die Familienstruktur, in die ganzen Sicherheiten, auf die sich eine soziale Familie wie jede Familie gründet, an die Rollen, die in der Familie verteilt sind. Das löst sich alles allmählich auf. Und diese Frau muss damit auf irgendeine Weise damit fertig werden und auch die Partnerschaft muss damit fertig werden.“

Sprecherin: „Es ist vielleicht auch so, dass man auch anfängt an seinem Partner zu zweifeln, so nach dem Motto, na ja wenn sich alles offensichtlich gegen ihn verschworen hat, vielleicht ist er ja wirklich `ne Lusche?“

A. Peint: „Das ist, muss man leider sagen, ist eine der ersten Phasen. Also ich kann das inzwischen in so einem Rückblick in verschiedene Phasen einteilen. Aber diese Irritation - „Was stimmt denn da jetzt?“ und „Das kann doch eigentlich nicht sein!" - das gehört dazu und es ist sehr, sehr erschütternd. Die Partnerschaft ist auf Vertrauen gegründet. Man kann nicht so recht glauben, was der Andere da erzählt, weil es einfach so unfassbar ist. Und man kann sich selber aber dann eigentlich auch nicht mehr glauben. Man glaubt ja auch, man hat Menschenkenntnis, man kann die Situation auch einschätzen, auch vielleicht aus der Ferne und von Erzählungen her. Und es entgleitet einem, aber die Interpretation- man kann es nicht einordnen und man kann den Partner nicht mehr einordnen. Und der Partner verändert sich natürlich auch, weil er in diesem Dauerkonflikt, der ja jahrelang an ihm reibt und auch sein Selbstverständnis untergräbt, natürlich ein Anderer wird. Und im Grunde genommen ein psychologischen Krieg führen muss - tagtäglich. Und den auch abends natürlich mit nach Hause bringt und nicht an der Haustür ablegt.“

Sprecherin: „Ja klar, ich meine, dazu ist ja auch eigentlich das Zuhause da, das bis zu einem gewissen Grad auch Abladen und Aufladen kann. Konnten Sie, als Partnerin aber überhaupt in irgendeiner Weise helfen in dieser Situation?“

A. Peint: „Ne, eigentlich gar nicht. Und das war mir auch eine ganz neue Erfahrung,
dass eigentlich da überhaupt keine Hilfe möglich war, im Grunde, nicht mal das richtige Zuhören. Das beschreibe ich auch in dem Buch. Wie man auch immer zuhört, es passt eigentlich nie, als wenn man Verständnis äußert. Dann sagt der Gemobbte: „Das kannst du dir doch aber gar nicht vorstellen! Wieso tust du jetzt so, als wenn du das verstehst?“ Und wenn man das nicht versteht und kritisiert, dann sagt er: „Jetzt fällst du mir auch noch in den Rücken!“. Also, es gibt so zu sagen keine Position, die man sich aneignen kann, um den Anderen zu stärken. Und irgendwann kommt auch die Phase, in der man selber gestärkt werden will und das eigentlich auch nicht mehr aushält und im Grunde auch jemanden haben möchte, der einen an der Hand nimmt und daraus holt und sagt: „Das ist der falsche Film und jetzt fängt der richtige Film wieder an. So wie früher wird
es wieder sein.“ Aber das ist natürlich einfach nicht mehr so.“

Sprecherin: „Gab es einen Punkt an dem sie gesagt haben oder fast gesagt hätten:
„Ich will nicht mehr- so nicht und mit dir nicht!“?

A. Peint: „Also: „…mit dir nicht!“ das gab`s, Gott sei dank, nie. „Ich will nicht mehr!“, das hatten wir. Wir haben uns dann auch mal Auszeiten genommen. Mein Mann hat sich mal zu Beginn beurlauben lassen und auch krankschreiben lassen, weil er auch wirklich krank wurde daran. Dann irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem wir beschlossen haben auszusteigen, weil wir auch schon Angst hatten, dass wir es gemeinsam nicht mehr so lange durchhalten würden. Es kam Gott sei dank nie soweit und der ist dann auch vorher ausgestiegen mit auch einem sehr hohen Preis, wie ich finde. Also er ist ja jetzt arbeitslos. Das ist ja wirklich auch nicht ganz ohne. Aber wir haben das schon zusammen durch gestanden. Zum Glück!“ ...

Sprecherin: „Mobbing- Das Buch von Annette Peint, das dem Pieper Verlag erschien und kostet 6.90 Euro.“

….

Sprecherin: „…unter die Gürtellinie von Kollegen oder schlimmer noch vom Chef selbst.
Das ist alltägliche Schikane, Demütigung und zwar mit einem ganz konkreten Ziel, nämlich den Kollegen fertig zu machen, ihn loszuwerden. Waltraut Spieß hat es erlebt. Mit sechzig wollte ihr Chef die erfolgreiche und bis dahin geschätzte Sekretärin loswerden und hat es schließlich auch geschafft. Sie konnte einfach nicht mehr, hat aufgegeben, auch wenn sie weiß, dass das eigentlich verkehrt war.“... „Mobbing- das ist alles andere als ein Randphänomen. Das kann jeden von uns treffen. Jeder vierte Deutsche wird im Laufe seines Arbeitslebens mal zum Mobbingopfer. Tendenz steigend. Und warum? Genau das versuchen wir in der nächsten Stunde SWR1 „Der Abend“ zu klären. Kurz- nach den Nachrichten um neun.“

Sprecherin: „Konkurrenz, Neid, das alles kennen Sie sicher auch. Das gab es schon
immer, auch gerade unter Kollegen. Mobbing aber, Mobbing ist viel, viel mehr. Da
werden Menschen bewusst fertig gemacht und es passiert immer öfter. Warum und
wer da noch hilft? Darum geht es noch bei uns bis zehn.“

Sprecherin: „Kennen Sie das, wenn alleine der Gedanke an die Arbeit und die Kollegen den Angstschweiß auf die Stirn treibt? Wenn Sie schon am Freitagabend mit Horror an
den Montag denken und jeder Schritt ins Büro zur Qual wird? Nein? Dann haben Sie bislang Glück gehabt. Dann sind Sie noch nicht zum Mobbingopfer geworden.

Sprecherin: „Mobbing- das ist bei Weitem nicht nur eine Erfahrung der Anderen. Oliver Born aus Amabuch hat gemailt: „Ich selbst habe erfahren, was es heißt mit Vorgesetzten konfrontiert zu sein, die zur Erreich von persönlichen oder geschäftlichen Zielen die ganze Bandbreite an Maßnahmen ausnutzen, die es nur gibt.“ Und ach diese SWR1-Hörerin ist selbst zum Mobbingopfer geworden und hat daraus gelernt.“

Zuhörerin: „Für Mobbingopfer also, möchte ich einfach sagen, dass sie immer wieder versuchen vielleicht auch den Mut aufzubringen, sich wieder aufzurappeln und einfach weiterzumachen, weil man bleibt oft in der Phase stecken einfach, wo man nicht mehr will oder sich so unverstanden fühlt und es ist einfach wichtig für die Angehörige, dass sie einfach denjenigen stärken und so einfach nach Vorwärts zu gucken. Sonst, ja, versumpft man irgendwo.“

Sprecherin: „Gemobbt- und dann? Hilfe für Mobbingopfer, die gibt auch der Sozialpädagoge Lothar Drat von der Wiesbadener Beratungsstelle „Balance“ und er weiß auch, warum heut zutage alle Welt von Mobbing redet. Womöglich nur `ne blöde Mode? Die Antwort gibt es gleich in SWR1 „der Abend“.“

Sprecherin: „Und wir haben schon von einigen Opfern gehört und auch von den perfiden Strategien der Täter. Schikane, Intrige, bis hin zum Psychoterror. Und Mobbingopfer- das sind nicht die Anderen. Das könnte jeder von uns sein. Rein statistisch gesehen sowieso - jeder vierte wird im Laufe seines Arbeitslebens einmal gemobbt. Rund zwei Millionen sind es derzeit in Deutschland, Tendenz steigend.

Lothar Drat ist Leiter der Beratungsstelle „Balance“ vom Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing in Wiesbaden. Guten Abend Herr Drat!“

L. Drat: „Guten Abend!“

Sprecherin: „Herr Drat, Mobbingopfer kann jeder werden, habe ich behauptet. Stimmt
es denn überhaupt oder gibt ganz bestimmte Mobbing anfällige Typen?“

L. Drat: „Grundsätzlich kann jeder Mobbingopfer werden. Auffallend ist, dass insbesondere der Personenkreis, von dem man vermutet, er würde kaum Opfer von Mobbing werden an erster Stelle rangiert - die besonders Kreativen, Innovativen, Leistungsbereiten.“

Sprecherin: „Und wieso das? Kann man sich das auch erklären oder weiß man es nur?“

L. Drat: „Ja nicht selten haben diese Personen sehr unter dem Faktor Neid zu leiden und sind ebenso nicht selten Opfer von Personen, die mit geringer Leistung sich vorbeimogeln wollen.“

Sprecherin: „Okay und damit wären wir ja schon beinahe bei einer Triebfeder für Mobbing. Ist es in der Tat so, dass der Bessere vom Schlechteren rausgeekelt werden soll?“

L. Drat: „Nicht immer, nicht immer. Alle leiden zunehmend unter veränderten Rahmen-bedingungen, unter zunehmenden Stress und die Konflikte werden zunehmen. Und wenn Konflikte zunehmen wird auch die Schnittmenge von Konflikten zunehmen, die in Mobbing einmünden. Wir haben auf der anderen Seite Personen, die selbst durch ihr eigenes Verhalten sehr stark zum Mobbingprozess beitragen.“

Sprecherin: „Was sind das zum Beispiel für Menschen?“

L. Drat: „Das sind vielleicht übervorsichtige, überängstliche Personen.“

Sprecherin: „Die klassischen Opfer so zusagen.“

L. Drat: „Die klassischen Opfer, die wir in jedem Bereich auch vorfinden. Wir haben aber auch auf der anderen Seite eine kleine Schnittmenge, die man vielleicht als die klassischen Täter beschreiben würde. Das wären vielleicht ein wenig psychisch kranke Menschen, für die das ein Freizeitsport ist, die Lust da dran empfinden.“

Sprecherin: „Sadisten?“

L. Drat: „Ja.“

Sprecherin: „Jetzt sprechen wir über Mobbing, so wie ganz viele über Mobbing sprechen. Es scheint beinahe ein Phänomen zu sein, was sich allmählich in Jedermanns Alltag einschmuggelt. Gleichzeitig sagen Sie aber auch, habe ich zumindest gelesen,
Mobbing das ist ein Modebegriff. Wie passt das denn zusammen?“

L. Drat: „Bei einer vordergründigen Betrachtung würde jeder bei Mobbing zunächst an Ausgrenzung denken. Aber es gibt ja unterschiedliche Gründe, die dazu führen, dass jemand ausgegrenzt wird. Und Mobbing wird vielfältig auchschon verwendet für irgendein Ungemach. Ich sag mal, die permanente schlechte Klimaanlage, ähnliche Punkte werden schon als Mobbing beschrieben.“

Sprecherin: „Also äußere Umstände, unter denen im Prinzip alle leiden, beziehe ich nur
auf mich und sage die wollen mich hier fertig machen. Die Sekretärin, die nur mit Bleistift und Spitzer in den Keller verbannt wird, das ist schon ein Mobbingopfer. Oder?“

L. Drat: „Das ist selbstverständlich ein Mobbingopfer. Wenn wir davon ausgehen, dass
es systematisch, über einen längeren Zeitraum mit dem Ziel oder Effekt erfolgt
denjenigen rauszuboxen.“

Sprecherin: „Ist das auch so ein Kriterium, anhand dessen ich unterscheiden kann zwischen echtem Mobbing und nur vermeintlicher Schikane?“

L. Drat: „Richtig. Das wären die drei Bestandteile. Also zielgerichtet, längerer Zeitraum,
mit dem Effekt jemand auch rauszuboxen.“

Sprecherin: „Mobbing - es kann im Prinzip jeden treffen. Der Eine ist allerdings vielleicht doch empfänglicher als der Andere. Die Folgen für das Opfer, aber auch für uns alle, darüber sprechen wir gleich weiter Herr Drat in SWR1 „Der Abend“.“

L. Drat: „Okay.“

Sprecherin: „… Und besonders gefährdet sind ausgerechnet die, von denen wir es vielleicht am aller wenigsten erwarten- die Kreativen und Erfolgreichen. Das hat der Sozialpädagoge und Mobbingexperte Lothar Drat gerade in SWR1 „Der Abend“ erklärt.
Die Folgen können in jedem Fall fatal sein. Jeder sechste Suizid, so die aktuelle Forschung, geschieht vor einem Mobbing Hintergrund. Das ist also besonders wichtig sich rechtzeitig zu währen. Aber wie denn Herr Drat? Was kann ich als Gemobbter tatsächlich machen?“

L. Drat: „Zunächst mal ist wichtig eine sorgfältige Diagnose über das Ursachen - Folgen - Bündel, eine deutliche Klärung: „In welcher Situation bin ich drin?“. Zum Beispiel auch die Klärung von Eigenanteilen: „Provoziere ich bestimmte Verhaltensmaßnahmen der anderen Seite?“

Sprecherin: „Aber Entschuldigung, wenn ich schon gleich unterbreche. Ist nicht genau das, was man zum Beispiel Frauen immer vorwirft, weswegen Sie nicht nach Oben kommen im Job, weil sie bei Fehlern die Schuld zuerst bei sich suchen?“

L. Drat: „Nein, es geht nicht darum, dass man grundsätzlich die Schuld zunächst bei sich sucht, sondern nur deutlich versucht zu analysieren: „Was ist das jeweilige Ursachen - Bündel, was dazu geführt hat, dass ich in diesen Prozess hinein geraten bin, um vielleicht auch sehr schnell festzustellen, es ist Gott sei dank noch kein Mobbingprozess.“

Sprecherin: „Mobbing ist ein Modebegriff; haben vorhin schon drüber gesprochen,
Herr Drat. Ist es nicht ein bisschen viel Gedöns um etwas, was es schon immer gab? Nämlich Konkurrenz unter Kollegen, den Versuch sich gegeneinander auszustechen, vielleicht nicht mit immer ganz fairen Mitteln?“

L. Drat: „Selbstverständlich. Wir finden in der Bibel Beispiele von und zu Mobbing.
Es gibt auch Diplomarbeiten, die das gut belegen. Es hat sich aber in der Gesellschaft grundlegend was geändert. Wenn wir die die vergangenen Jahrzehnte, wenn wir nur
die letzten zwei Jahrzehnte und da den Ausschnitt nehmen. Angehörige vom Öffentlichen Dienst, die haben selten so viel gravierende Verunsicherungen, auch Ohnmacht und Hilflosigkeit erfahren müssen, die ihrerseits ja ein Stressfaktor produzieren.“

Sprecherin: „Und die entsprechenden Folgen: schlechte Arbeit, Arbeitausfälle, Kosten. Heißt es Mobbing ist kein individuelles, sondern ein gesamt gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht. Ganz egal, ob wir direkte Opfer sind oder nicht?“

L. Drat: „Richtig. Dementsprechend wird es auch keine rein individuelle Antwort geben, sondern wir sind, der einzelne Betroffene - oder auch wir Fachleute; - auch auf Akzeptanz angewiesen, auf Einhaltung von Werten wie Respekt, Achtung und auch mal ein wenig Solidarität. Oder zumindest auf Die Einhaltung der Verbindlichkeit, dass Leistungs-orientierung und auch das Leistungsergebnis - das Gesamt-Leistungsergebnis im Vordergrund zu stehen hat.“

Sprecherin: „Und da sollte sich vielleicht jeder mal an die eigenen Nasespitze fassen und vielleicht gleich morgen früh das eigene Verhalten den Kollegen gegenüber überprüfen. Herr Drat, ich danke Ihnen sehr für das Gespräch. Und wer konkrete Fragen hat an Herrn Drat und seine Beratungsstunde. Der kann uns eine Mail ins Studio schicken unter www.swr1.de . Wir leiten die dann weiter oder Sie können direkt im Internet zu Herrn Drat stoßen so zusagen, unter www.vpsm.de . Noch mal vielen Dank Ihnen.“

Sprecherin: „Gezielte fertig machen von Kollegen durch Kollegen oder auch durch den Chef. Das ist nichts, dass nur die Anderen angeht. Zwei Millionen Deutsche sind davon betroffen, Tendenz steigend. Darunter auch viele SWR1-Hörer.“

Anrufer: „Ja hallo. Mein Name ist Barbara Müller und ich komme aus Elwen. Sehr vieles von dem was bereits besprochen wurde, kann ich bestätigen und ich möchte vielen Betroffenen einen Tipp geben. Sie sollen sich doch Notizen machen von den Situationen, die sich tatsächlich ereignet haben.

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