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ARD ZDF WDR HR SWR RTL VOX RNTB
-Ausschnitte aus Fernsehsendungen an denen wir mitwirkten-
VPSM-Fachverbunds-Lehr-DVD: 1995 - 2008
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Hinter den Fassaden der schönen neuen Weltwirtschaft spielen sich zunehmend Tragödien ab. Lebensläufe und Hoffnungen werden zerstört. Die Kosten für die Neuorganisationen zahlen die abhängig Beschäftigten.

Auch im Dienstleistungssektor ist Ernüchterung eingekehrt. Die elektronische
Revolution hat hier bis vor kurzem noch sicher geglaubte Arbeitsplätze vernichtet.

Massenentlassungen bei Banken und Versicherungen als Folge der umfassenden Automatisierung verschärfen die allgemeine Krise der Arbeit. Das trifft besonders
die Dienstleistungsmetropole Frankfurt.

Mobbing ist heimtückisch. Es kommt daher auf leisen Sohlen, wird erst spät erkannt,
zielt aber auf Vernichtung, zumindest der beruflichen Existenz.

Gerade in Sozialen Einrichtungen wird überdurchschnittlich oft gemobbt -
ebenso in Kirchlichen Verbänden und in Krankenhäusern.

Ein mieses Betriebsklima mindert die Arbeitsleistung. Aber auch dafür gibt es eine Therapie und auch sie kommt aus Amerika. Motivationsseminare schießen wie Pilze
aus dem Boden.

Einschub Motivationsseminarszene:
„Yeah…! Da oben im Kopf- da fängt alles an… Das ist das Gehirn- ja. Hier bestimmen Sie, ob sie es machen. Ja oder nein!“

Sprecher: „Allein der Wille macht’s“… heißt die Botschaft solcher Seminare und es liegt alles nur an dir. Dein Glück, dein Erfolg - Alles ist machbar, wenn du nur daran glaubst. Manche, die daran glauben, gehen noch einen Schritt weiter: Boxtraining für Manager
ist der neuste Trend, um sich hart zu machen für das Berufsleben. Ein verhängnisvoller Weg, der allein auf das K.O: des Anderen zielt. Solches Verhalten ist wirtschaftlich kurzsichtig.

Vom Gegenwärtigen Zeitgeist sind selbst die Kirchen nicht ausgenommen.
Auch dort hat der unternehmerische Geist Einzug gehalten.
Einige Aufsehen - erregende Mobbingfälle beherrschten vor kurzem die Schlagzeilen.

Darunter auch der Fall der Kindergartenleiterin Elke S..
Sie war mit ihrem Dienstvorsitzenden in einen unlösbaren Konflikt verstrickt, der mit Methoden des Psychoterrors ausgetragen wurde. Die Leitungsorgane der Kirche haben eingegriffen und Elke S. geraten gemeinsam mit ihrem Dienstvorsitzenden, eine professionelle und neutrale Schlichtungshilfe in Anspruch zu nehmen. Dazu brauchten beide zwanzig Stunden beim VPSM, dem Wiesbadener Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing. Eine erste Adresse.

„…Diplom Sozialpädagoge Lothar Drat aus Wiesbaden.
Guten Abend Herr Drat.“

„Guten Abend“

„Wie soll ich mich denn am Arbeitsplatz verhalten, wenn ich merke, dass meine Kollegen mich mobben?“

„Mobbing ist ein Prozess mit einem vielfältigen Ursachen- und Folgebündel. Je nach Situation kann das was in dem einen Fall hervorragend sich als Rezeptur eignet, sich im nächsten fast Fall als tödlich erweisen, zumindest als sehr ungünstig, d.h. zunächst brauchen wir ein klare Diagnose über die Ursachen und auch die bereits eingetretenen Folgen, über die Ziele, Absichten auch der Person, - wo im Kern auch zu klären ist: Flucht oder Angriff, und dementsprechend können dann auch weitere Überlegungen gemacht werden.“

„Und an wenn kann ich mich wenden, um professionelle Hilfe zu bekommen?“

„Es gibt mittlerweile sehr viele Anlaufstellen in der Bundesrepublik, ich denke - und so arbeiten wir in Wiesbaden auch – das Günstigste ist, die Vernetzung im Team von juristischen, pädagogischen und psychologischen Fachkräften, weil Mobbing -
Betroffenen auf einer Ebene zu helfen immer unzureichend sein muss.“

Vielen Dank, Herr Drat, für diese Informationen und Auf Wiedersehen.

Moderatorin: „Die ersten Symptome sind fast immer die Gleichen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen und dann zeigen sich die psychischen Folgen oft in Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und auch Angstzuständen.

Die Rede ist von Mobbing. Also von der systematischen Schikane, ... am Arbeitsplatz und die ist bei uns alles andere als eine Seltenheit. ... Wir werden gleich mit einem Experten darüber sprechen. ...einer der sich mit Mobbing bestens auskennt ist der Rechtsanwalt: Christoph Kluss, "Herzlich Willkommen!“

„Guten Tag!“

„Herr Kluss, Sie arbeiten für den Verein VPSM, können Sie uns vielleicht erst einmal sagen, was das bedeutet und was ihr Verein genau macht?“

„Der VPSM ist der Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing. Der Verein hat einen Verbund mit verschiedenen Fachleuten, das sind Pädagogen, Psychologen, Mediziner und auch Juristen selbstverständlich. Und in diesem Zusammenhang versucht man den Stress am Arbeitsplatz, den Konflikt am Arbeitsplatz entsprechend zu vermeiden, vorzubeugen und dagegen anzugehen.“

„Darüber sprechen wir gleich noch mal. Vielleicht gehen wir erstmal auf den Typ Mobbing-Opfer ein, würden Sie sagen es gibt bestimmte Charaktereigenschaften, bestimmte Verhaltensweisen, die einen dazu prädestinieren sozusagen, Mobbing-Opfer zu werden?“

„Es gibt eigentlich keinen Typus der typischerweise dem Mobbing unterliegt. Es gibt ganz viele Mobbing-Arten, genauso entsprechend gibt es auch Leute, die der entsprechenden Wirkung unterliegen. Die Fälle, die zu mir kommen sind meistens Fälle, die schon zu früh eigentlich mich aufsuchen, sondern sie müssten eigentlich mehr in diese Beratungsstellen rein. Das wäre Eines um dort erst mal die Hilfe zu bekommen, weil ich als RA eher der Letzte in der Nahrungskette bin, der den Leuten helfen kann“.

„Aber es ist oft doch sicherlich schwierig zu unterscheiden, ist es ein Mobbingopfer oder ist es jemand der sehr sensibel ist, der sich irgendwie angegriffen fühlt, wie erleben Sie das in Ihrer Praxis?“

„Das ist genau das Problem an der Sache, das ist da so, wenn Menschen in irgendeiner Form permanentem Stress und Anfeindungen über einen längeren Zeitraum (zielgerichtet) ausgesetzt sind, das versteht man unter Mobbing, kann das so sein das sie sich auch wehren. Und im Rahmen dieses Wehrens, sich überziehen, und damit eine Eskalation in dem Konfliktverhältnis eigentlich aufbauen, mit der Konsequenz, das nicht mehr so ganz leicht klar ist, wer eigentlich Täter oder Opfer ist.“

„Und wie sollte man sich also verhalten, wenn man glaubt, das man gemobbt wird, im Beitrag haben wir gehört man sollte sich wehren, man sollte sich durchsetzen, welche Tipps haben Sie noch?“

„Also das Wehren ist natürlich immer schwierig, weil wenn man sich wehrt, kann das ja gerade zu der Überziehung entsprechend führen. Sinnvoll ist es halt in erster Linie mal aufzuschreiben welche Vorfälle passiert sind und dann mit den Kollegen auch noch zu sprechen um festzustellen, stimmt das oder bin ich auf der falschen Seite, und wenn
man das geklärt hat mit dem Arbeitsverhältnis, ob man die Möglichkeit hat eine Bereinigung zu führen, erst dann kann man ...“

“Und wenn das alles nichts hilft, dann können die Mobbingopfer Hilfe bei einer Beratungsstelle wie bei Ihnen aufsuchen. Erklären Sie doch mal genau was Sie das so machen!“

“Diese Beratungsstelle ist eine, wie ich Eingangs sagte, ein Konglomerat aus verschiedenen Fachleuten und im Rahmen dieses Konglomerates werden diese Fachleute tätig, sie werden im Rahmen der Konfliktbereinigung tätig, sie werden, ... versuchen ... den Arbeitsplatzkonflikt zu klären indem auch der Vorgesetzte ... (angehört wird) um in einem gemeinsamen Gespräch dort eine Konfliktbereinigung
zu finden.“

“Was würden Sie sagen, mit welcher Erfolgsquote arbeiten Sie?“

“Einer sehr hohen, das ist schon sehr erstaunlich, das wenn man die Leute mal an einen Tisch bringt, gerade bei dem VPSM, so, der, -will mal sagen als externe Feuerwehr gilt-, dass dann ein Dritter entsprechend reinkommt ins Spiel, dass dann eine andere Bereitschaft da ist, das Problem zu lösen, als wenn man versucht das untereinander zu klären.“

“Und schwierig stelle ich es mir vor wenn zum Beispiel auch der Chef am Mobbing beteiligt ist, haben Sie dazu auch schon Erfahrung gemacht, wie reagieren Sie da?“

“Das ist klar, das ist natürlich ein großes Problem. Sinn macht es natürlich immer das Gespräch zu suchen, unmittelbar mit dem Vorgesetzten. ... Kann man das nicht, dann ist das nur möglich mit Anderen, mit Dritten, respektive anderen Arbeitskollegen oder letzten Endes dann mit Hilfe eines externen Vereins, in dem solche Versuche unternommen werden, die Konflikte zu lösen.“

“Aber wenn es in der Beratungsstelle nicht hilft - dann bleibt natürlich noch der rechtliche Weg.“

“Genau.“

“Der Weg dann wahrscheinlich auch zu Ihnen als Rechtsanwalt, wie gehen Sie da vor?“

“Das ist dann mein Weg. Mein Weg ist, wie ich Eingangs schon sagte, eigentlich der letzte Schritt in der ganzen Sache, wenn die Leute zu mir kommen oder auch vom Verein geschickt werden - geht es vorrangig darum das Arbeitsverhältnis zu lösen. Und im Rahmen des "Lösens" ... macht es Sinn den Rechtsanwalt einzuschalten, damit da keine Fehler / Nachteile (auch finanzieller Art) gemacht werden.“

“Aber sicherlich ist es erst mal besser die Beratungsstelle aufzusuchen.“

„Das ist in erster Linie ganz, ganz wichtig. Ich bin nach wie vor immer das
Schlusslicht von der ganzen Sache.“

“Vielen Dank, Herr Kluss, für diese Informationen!“

“Bitte schön!“

Rechtsanwältin Andrea Lambrich (ehrenamtlich beim VPSM):
„Der Mobbingbetroffene ist häufig in der schwierigen Situation, dass ihm Zeugen nicht
zur Verfügung stehen. Entweder, weil die Angriffe versteckt stattgefunden haben oder weil Zeugen, die die Angriffe zwar gesehen haben, dann doch nicht aussagen möchten, oder zu befürchten ist, dass sie nicht im Sinne des Betroffenen aussagen.“ ... „Zum Teil sind die Fälle gar nicht dafür geeignet wirklich - ja- vor Gericht getragen zu werden,
zum Teil sind die Betroffene nicht dazu in der Lage aufgrund dessen was sie
über Jahre hinweg erlebt haben.“

Sie ahnen vielleicht worum es geht im ARD-Buffet an diesem Montag. Mobbing ist das Thema. Also wenn man über die Kollegen herzieht, sie schikaniert das kann ja richtig krank machen, kann böse werden. Das ist heute unser Thema.

... Ja, liebe Zuschauer, dann zum Thema, was wir gerade so ein bisschen amateurisch angespielt haben, unsere Expertin ist Sabine Anhäuser, Diplompsychologin, herzlich willkommen bei uns im ARD-Buffet. Premiere, glaube ich?“

SA: „Ja, ganz genau.“

„Wunderbar. Ja war das so halbwegs realistisch, was wir da von uns gegeben haben, läuft
das so ähnlich, oder?“

„Das war so der klassische Flurfunk, den glaub ich jeder mal erlebt, das man über den Einen oder Anderen mal herzieht und mal ein bisschen lästert, ja.“

„Ist das schon Mobbing gewesen, oder ist Mobbing eigentlich noch schlimmer?“

„Mobbing ist schlimmer, Mobbing ist zielgerichtet, geht über einen langen Zeitraum, und ..., kommt auch häufig vor, das ...

„Und wie viele Menschen sind betroffen, was schätzt man da, oder was weiß man?“

„Ja man schätzt so 3,5 % in Europa und 2,9 % der Arbeitnehmer geben das für Deutschland an.“

„Das sind unterm Strich Millionen, das muss man sich klar machen,
das sind keine Einzelfälle.“

„Das stimmt, und die Dunkelziffer ist hoch.“
...

„Was kann man tun, was kommt noch dazu, wo sage ich hoppla, was mach ich jetzt in so einem Fall, wenn ich so einen Verdacht habe?“

„Sich Hilfe holen, Unterstützung holen, schauen, wo man Kollegen hat mit denen man sich verbünden kann. Im Zweifelsfall an die Vorgesetzten, Mitarbeitervertretungen, Personalrat -wenn die nicht irgendwie mit involviert sind-, wenden oder auch in Beratungsstellen gehen, es gibt ja entsprechende Mobbingberatungsstellen, aber alleine kommt man da nicht raus.“

„Ja, Ja, man muss auch erkennen, es ist so was, man muss versuchen sich zu wehren, oder auch alles nicht so einfach hinnehmen?“

„Ganz genau, es gibt viele die warten sehr lange, die durchschnittliche Dauer sind 1,5 bis 3 Jahre. Es gibt Leute die brauchen noch länger um zu merken, es passiert was.“

„Danke schön, Frau Anhäuser, für diese ersten Einschätzungen.“ “Liebe Zuschauer, wenn sie Fragen haben zum Thema Mobbing, 0180 2 29 12 15 unsere Buffet-Nummer, kurz sagen was sie wissen möchten, wenn sie solche Fälle erkennen, wie kann man helfen, auch als Außenstehender vielleicht, was kann man, kann man sich einmischen, und als Betroffener natürlich sowieso, als Chef vielleicht, der so was mitkriegt, was der denn
machen kann, wenn das Klima im Betrieb nicht so richtig funktioniert. Kurz anrufen, Fragen, und dann gibt’s die Antworten von unserer Expertin.“

„Zum Thema Mobbing bei uns die Diplompsychologin Susanne Anhäuser, für die „Sabine“ entschuldige ich mich, war keine Absicht, war auch kein Mobbing.“

„Bin ja noch da.“

M: „Sie sind noch da, wunderbar.“

...

„Ja, also Mobbing das Thema, liebe Zuschauer und wir haben viele Anrufe und viele Anrufer…“... „...Ist das schon eine Form von Mobbing, jemanden wegzuloben?“

„Normalerweise steht ja im Arbeitsvertrag das man verschieden eingesetzt werden kann, das wäre eine Sache die sie vielleicht mit dem Betriebsrat, oder wer auch immer da bei ihnen zuständig ist, klären müssen, es geht mehr so in die Richtung rechtliche Frage. Mobbing "durch wegloben", würde ich erst mal nicht so einstufen, die Frage ist, inwieweit sie davon betroffen sind, persönlich und was die Auswirkungen für sie sind, das müsste man noch näher beleuchten, in dem Zusammenhang.“

„Also keine ganz eindeutige Sache, wie ja, glaube ich sowieso bei Mobbing die Grenzen ein wenig fließend sein können.“

„Auf alle Fälle, also viele Prozesse (hab ich ja schon auch im Vorgespräch gesagt) haben so eine Art Unfallcharackter und man muss immer ganz genau schauen wer, wann, was, wo. Und so Erstberatungen dauern eben auch anderthalb Stunden um eine Diagnose zu erhalten.“

„Wir versuchen es mal im Schnelldurchlauf, heute hier im ARD-Buffet. Frau G. aus O. Anrufer: „...weist mir jeden Tag nach, dass ich
zu langsam wäre und zu schlecht, ist das Mobbing?“

„Wie lange geht das denn schon?“

Anrufer: „Das geht genau seit 01.01.2005.“

„Das ist schon ein langer Zeitraum, ja. Weil ich ja vorhin gesagt habe, so ein Kriterium ist die Dauer. Ich bin immer vorsichtig mit dem Begriff Mobbing. Eskalierter Konflikt ist so die Überschrift mit der ich lieber arbeite. Was hat das denn für Auswirkungen für sie persönlich?“

Anrufer: „Er will mich aus der Abteilung raus haben, in eine ungeliebte Tätigkeit. Ich mache diesen Job bereits seit über dreißig Jahren, bin auch absolut qualifiziert dafür und er möchte mich gerne mit einer Änderungskündigung raus haben. Es geht soweit, dass Gespräche nur noch mit meinem Anwalt zusammen stattfinden. Der Betriebsrat hält sich raus, weil er sagt sie können mir nicht helfen, etc., etc.“

„Also dann ist die Brisanz ja schon eine ganz Andere, mit der Hintergrundinformation, das ist schon ein extremes Beispiel für gewollte Ausgrenzung, ja.“

M: „Was wäre da zu tun, in so einem Fall, kann man da sich Hilfe holen, wenn im Betriebsrat schon gemauert wird, oder der sich nicht zuständig fühlt?“

„Ja die Frage ist, wie lange Sie das aushalten, wie lange geben Sie sich noch da, unter diesen Bedingungen arbeiten zu können. Ich glaube, das ist das Kriterium, man hat nur eine Gesundheit und da muss man schauen was man mit der ... , wie weit man das schafft, oder ob man sagt dann gehe ich lieber. Ansonsten versuchen sie sich in ihrer Nähe eine Beratungsstelle zu organisieren, die auch mit Juristen und Ärzten im Team arbeitet. Um da zumindest eine Unterstützung für eine Strategie zu erhalten.“

M: „Vielen Dank. Herr P. aus K.“

Anrufer: „Guten Tag, mein Problem ist folgendes, ich bin im öffentlichen Dienst beschäftigt und gehe eigentlich davon aus, das der öffentliche Dienst sich an Recht und Ordnung halten sollte. Aber da wird mit so verfeinerten Methoden gemobbt, im wahrsten Sinne des Wortes, dass man es also schon geschafft hat, dass ich in ... Behandlung bin und zur Zeit also auch einen Psychiater habe, zu dem ich regelmäßig hingehe und auch krank geschrieben bin. Ich kann einfach nicht mehr und ich weiß beim besten Willen nicht wie man da, wie ich jetzt weiter vorgehen soll, ... und überlege wie ich aus diesem Prozess rauskomme. Es ist...“

M: „Können sie mal ganz kurz sagen, wie sich das bei ihnen darstellt, das Mobbing, was ihnen da widerfährt?“

Anrufer: „Ja, man hat, am Anfang hat man mich aus meinem Beruf rausgemobbt indem man das so weit gedreht hat, dass man nachher so getan hat als wenn ich dazu nicht fähig wäre, das ist lächerlich. Und dann hat man mich an eine andere Stelle versetzt und hat mir ein, so ein Projekt übergeben, das angeblich nur ein Jahr dauern sollte und so, und nach einem viertel Jahr hat man mich auch da rausgedrückt, weil es viel einfacher war - das mit einem Ein-Euro-Jobber zu machen. So, und ich bin mir da keiner Schuld bewusst oder so. Man hat mir dann immer so wieder Schuld eingeredet, hat also auch, ist auch hin gegangen, nachdem, obwohl ich da noch eine andere Firma dazu geworben habe...“

M: „Schönen Dank, wir wollen grad mal hören was unsere Expertin dazu sagt, was sie jetzt gehört hat, bis jetzt.“

„Ja, im öffentlichen Dienst wird gerne gemobbt, das ist so. Das hört sich wirklich danach an, das sie eine Strategie brauchen um da heil, mit heiler Haut die sie noch haben, raus zu kommen. Auch da kann ich ihnen nur dringend ans Herz legen über den Fachverbund zum Beispiel des Vereins gegen psychosozialen Stress und Mobbing in Wiesbaden sich eine Beratungsstelle in ihrer Nähe zu suchen und da mit den Experten eine Strategie zu entwickeln, um da rauszukommen. Bleiben?! Müssen sie entscheiden wie lange sie sich da geben.“

M: „Ich denke wir blenden mal ganz kurz unsere Internetadresse ein, www.ardbuffet.de wenn wir sie vorliegen haben, weil ich denke das wir da auch einen Link auf diese Adresse machen können, ...

" So, Frau R. aus S“

Anrufer: „...warum gibt es im Arbeitsrecht keine Möglichkeit dagegen anzugehen, kaum ein Anwalt übernimmt das Thema Mobbing....“

Ich muss das leider bestätigen.
Es gibt im Arbeitsrecht ... , selbst das Diskriminierungsgesetz hat das, was im Gespräch war, hat das Thema Mobbing nicht explizit aufgegriffen. Rechtlich, rechtliche Handhabe
ist ganz schwierig und deswegen scheuen sich Anwälte auch ...

M: Wir merken aber bei den Anrufen schon und bei den Antworten, das ist ein Thema, das kann man nicht mit ja oder nein nur kurz beantworten?

Nein, nein.

M: Das braucht Zeit, da haben Sie völlig Recht, was Sie vorhin gesagt haben. Deswegen auch, liebe Zuschauer unser Angebot, ab 13:00 Uhr können sie noch mal bei uns anrufen, ... Schönen Dank Frau Anhäuser.

Gerne.


Sandra Maischberger:
... PR Berater Klaus Kocks - sein Motto ,, Chef sein ist Schwein sein?´´

Klaus Kocks:
Ja, so ist es! Guten Tag
... Stillstand, Trance, ich glaube dass das ein Weg ist um
zum Erfolg eines Unternehmens zukommen.

Sandra Maischberger:
Ein Schwein zu sein?

Klaus Kocks:
Den Konkurrenzdruck weiter zu verstärken, eigentlich so schön
wie die Formulierung ist, wehrt sie sich gegen folgendes: das man
den Beteiligten den Chef als Familienmodell, der Chef
als der nette Chef und er Chef als Vater auf diese Beziehung
überträgt. Wenn das am meisten schadet sind die potenziellen
Opfer des Systems.

Sandra Maischberger:
Also Sie glauben irgendwie, es ist leichter von vornherein
klarzustellen, ich bin nicht nett. Ich bin ein harter Chef und bei mir
geht es um ein paar Grundsätze, wer die nicht einhält der fliegt.

Klaus Kocks:
In einer wirklichen Wirklichkeit ist dieses etwas anderes als eine
Familie, Freundschaft. Es ist ein Wirtschaftsbetrieb, der nach
bestimmten Gesetzen funktioniert. Und ich habe weniger Respekt
vor denjenigen die das bunt lügend, schön lügend als vor denen,
die das klar sagen.

Sandra Maischberger:
Sind Sie jetzt ein Schwein als Chef oder nicht?

Klaus Kocks:
Ich bin ein Schwein als Chef!

Sandra Maischberger:
Und stolz drauf?

Klaus Kocks:
So ist es, ich bin stolz auf die Ehrlichkeit.
... Wenn du ein Freund brauchst, dann kauf dir ein Hund.

Film - Einschub

Der Bankmanager Helmut Bingerlie erschießt bei einer Sitzung zwei Vorgesetzte danach erschießt er sich selbst. Das Motiv des 56 jährigen scheint klar zu sein, Probleme im Job.
Noch am Tatort sagt dieser Polizeisprecher Marco Cortesi man gehe von einem Arbeitsplatzkonflikt, der sich zugespitzt und letztlich zu dieser schrecklichen Tat geführt habe. Die Ermordung der Kollegen von Bingerlie war offensichtlich klar geplant.
Er verübte das Verbrechen an seinem 1. Arbeitstag nach dem Urlaub.
Die Personlabteilung aber sah bei dem Manager keine Anzeichen für solch ein aggressives Potenzial. Urs Ackerman meint für sie, also der Personalabteilung galt er als ein fröhlicher Mitarbeiter.

Sandra Maischberger:
Sie kennen den Fall?

Kriminalpyschologe Thomas Müller :
Ich habe mit Menschen gesprochen, die am Arbeitsplatz
durchgebrochen sind. Die wirklich, die schwersten
Strafhandlungen durchgemacht haben. Und eines war ohne
Ausnahme eine Aussage von all diesen Menschen. Wenn im Laufe
dieses Abstiegs ein Einziger gesagt hätte, kann ich dir helfen, wäre
vieles nicht passiert.

Klaus Kocks:
Wenn wir wechseln von Wirtschaft zur Politik und annehmen das
die Zeit früher besser war. Dann werden sie von jedem Politiker
zwei Weisheiten hören. Ersten, dass die Steigerung von Feind
Parteifreund ist. Zweitens, dass der Rufmord sozusagen zum
Alttagsgeschäft gehört und nicht zur Ausnahme.
Wenn das so ist was wir beschreiben, dann haben sie ja …

Fall I
„…Mobbing ist heimtückisch. Es kommt daher auf leisen Sohlen, wird erst spät erkannt, zielt aber auf Vernichtung, zumindest der beruflichen Existenz.“ ...

„Der Job ist verloren, die Gesundheit angeknackst, das Selbstbewusstsein zerbrochen. Das Erzieherehepaar Delphin steht vor dem Nichts. Ergebnis andauernder Intrigen, falscher Anschuldigungen und von Führungsversagen. Ein typischer Fall von Mobbing.
"Mit allen Schikanen.“


„Man denkt eigentlich nicht, dass man mal selber mit so etwas konfrontiert wird.
Das verändert das Leben wirklich total. Man beschäftigt sich von morgens bis abends, sogar nachts damit. Man redet nur über dieses eine Thema. Über Tage, über Wochen, sogar über Monate. Es zermürbt einen. Aber die wollen das auch so haben, dass es
einen kaputt macht.“ ...

Fall II
Betroffene: „Ich hatte in dem Moment damals das Gefühl mein Leben ist kaputt.
Meine Existenz ist kaputt - und alles ist kaputt. Und der VPSM hat es geschafft,
dass wir (früherer Arbeitgeber) hier nebeneinander sitzen konnten, während die Fernsehsendung aufgenommen worden ist. Und das sehe ich schon als Leistung
an.“

Fall III
„Ich krieg keine Luft mehr, ich muss irgendwas machen, damit ich ein bisschen Land gewinne oder ein bisschen Licht sehe.“

Fall IV
„Ich war sehr verunsichert, was da mit mir passiert, ich war auch so bestürzt darüber, weil ich so das Gefühl hatte, hier bin ich angekommen, das ist eine Arbeit, die ich gern machen möchte. Und dann hat sich alles ganz anders entwickelt.“

„Ihr wurden Informationen vorenthalten und unterstellt, sich ihren Arbeitsplatz als stellvertretende Leiterin im Frauenhaus erschlichen zu haben. Sie wurde ausgegrenzt. Ihre Chefin übte enormen Druck auf Iris aus. 16 Monate wurde sie gemobbt.“

Fall V
Auch der Oberarzt sah gegen den neuen Chef keine Chance. So kündigte er lieber
seine Stelle, selbst auf die Gefahr hin arbeitslos zu werden.

Oberarzt: „Ich habe gedacht, ein Arbeitsplatz ist ein hohes Gut, gerade in der heutigen Zeit, aber die persönliche… der aufrechte Gang, der persönlich aufrechte Gang ist auch
ein sehr hohes Gut. Und ich habe es gegeneinander abgewogen, ich wollte den aufrechten Gang behalten, ich bin mir meiner Kreativität sicher, ich bin mir auch
meiner beruflichen Leistungsfähigkeit sicher. Und um diese Sicherheit zu behalten
habe ich dann…!“

„Die neue Unternehmensstruktur heißt „Leanmanagement“. Das bedeutet schlankes, kostengünstiges Wirtschaften mit möglichst wenig Personal. Dazu gehört auch die Vereinzelung der Mitarbeiter. Soziales Leben im Betrieb, Gespräche unter Kollegen,
eine gemeinsame Tasse Kaffee, all das verursacht Kosten, weil es von der Arbeitszeit abgeht. Die logische Folge - unter dem Druck des wirtschaftlichen Überlebenskampfes werden aus Kollegen also schnell Feinde. Es wird gemobbt.“

Die modernen Bürotürme beherbergen eine ganz andere Spezies von Arbeitern.
Hier sitzen Angestellte vor Computer und Telefon und folgen der Hektik der Marktbewegung.

Flexibilität,…, Killerinstinkt sind Attribute, die aus einem Angestellten einen guten „Angestellten machen. Hier zählen nicht mehr Vertrauen, menschliche Bindungen
oder das Gefühl der Zugehörigkeit, hier zählt alleine der Erfolg.

Die neue Unternehmenskultur produziert einen harten und explosiven Egoismus, der zwangsläufig zum Machtkampf Mensch gegen Mensch führt und damit einem hohen Maß an Leid und Unglück produziert.

Die meisten arbeitenden Menschen verbringen mehr Zeit am Arbeitsplatz, als zu Hause bei ihrer Familie, deshalb geben sie ihrem Büro eine persönliche Note mit Plüsch,
Familienfotos oder Postern von Traumstränden. Sie schaffen eine Verbindung zum Privaten und machen den Arbeitsalltag erträglich. Solche bürokratischen Idyllen waren besonders ausgeprägt in Behördenbüros. Nun wird auch der öffentliche Dienst neu organisiert und hier nehmen die Mobbingfälle dramatisch zu.“

„Wie Elke S. geht es heute in Deutschland fast 2 Millionen Menschen. Für sie ist ihr Arbeitsplatz zum Alptraum geworden. Massenarbeitslosigkeit, Rationalisierung, Stellenabbau. In vielen Firmen vergiftet die Angst vor Entlassung das Betriebsklima. Unsicherheit macht sich breit und häufig steht die Frage im Raum:
Wer wird der Nächste sein? Zur allgemeinen Verunsicherung kommt der wachsende
Druck am Arbeitsplatz.

Neue Mangement-Methoden, Neu-Strukturierungen des Arbeitsablaufs, alles soll
effizienter werden, um die Arbeitskosten zu drücken. Das verursacht bei vielen Mitarbeitern Dauerstress. Der beste Nährboden für Mobbing.

Psychologen und Ärzte sind in den letzten Jahren zunehmend mit diesem Thema konfrontiert. Der Kampf ums Eigene - wirtschaftliche Überleben macht aus Kollegen Konkurrenten. Das ist nichts Neues. Doch besorgt beobachten Personalchefs und Betriebsräte, dass heute mit härteren Bandagen gekämpft wird als noch vor wenigen Jahren. Ihr Fazit: Die Hemmschwelle beim Einsatz vom Psychoterror am Arbeitsplatz ist drastisch gesunken. Für die, die Opfer eines solchen Prozesses sind, beginnt eine Tortur. Ein Alptraum, an dessen Ende der psychische und körperliche Zusammenbruch steht.
Er äußert sich in Krankheitssymptomen bei denen eine organische Diagnose versagt.“


„Heute können Elke S. und ihr Dienstvorgesetzter, dank dem Schlichter Lothar Drat, wieder in Würde miteinander reden, obwohl ihr Fall so schwerwiegend war, dass
Elke S. ihren Beruf wechselte.“

Vorgesetzter: „Für mich sind zwei Dinge wichtig geworden. Einmal dafür zu sorgen,
dass man für sich sicherstellt, dass eine besonders hohe Klarheit am Arbeitsplatz
herrscht und auch eine Vereinbarung trifft, wie man denn mit Konfliktsituationen umgeht. Das heißt zwischen Mitarbeitern und Arbeitgebern. Und im Weiteren dann halt natürlich den Schutz auch hat, soweit man ihn schon vereinbart hat, dass man bei einem Konflikt, wo man selbst nicht weiter kommt, sofort nach außen geht und schaut: wo ist die dritte Person, die diese neutrale Rolle übernehmen kann und die das Vertrauen von beiden Seiten auch hat.“

Betroffene: „Meditation ist als eine außergerichtliche oder Konfliktlösung, so dass sich beide noch stehen lassen können.“


Prof. Dr.Dr. Heinz Leymann:
„Mir fällt auf, dass die Männer grobschlächtiger sind in ihren Mobbingansätzen.
Frauen wissen sehr viel mehr genau dort wo die Weichstellen sind und wo der Pfeil
rein soll. Frauen haben ein größeres soziales Einlebungsvermögen als Männer.
Das wird ja auch überall gerühmt. Es hat jedoch hier auch eine Kehrseite.
Man weiß, wo es man am tiefsten trifft.


Egal wo gemobbt wird, gefangen wie im Spinnennetz, braucht es oft auch mit Hilfe einer Therapie Jahre, um sich aus dieser Klemme zu befreien.

Martin Nowosad (Gesellschaft gegen psychosozialen Stress und Mobbing):
„Wenn es irgendwo Mobbing gibt, bekommen die Anderen es mit. Und wenn die Anderen mitbekommen, dass ein schlechtes Betriebsklima herrscht, dann ist natürlich die Arbeitsleistung nicht dementsprechend. Dann gibt es Angst. Und Angst ist eine schlechte Motivation im Unternehmen.“

Moderator (Thomas Ohrner) : „Dieser Alptraum ist für Sie ja - Gott sei dank nach vier Jahren zu Ende…“

Betroffene: „Ja, ich wurde dann sehr krank- war drei Monate nur zu Hause. Konnte nicht mehr unter die Leute, war depressiv. Und dann als es wieder aufwärts ging, habe ich dann die Schritte unternommen, die ich eigentlich schon vorher hätte unternehmen sollen. Dann hatte ich wieder die Kraft. Ich bin zur Direktion gegangen und zu den wichtigen Instanzen gegangen und habe Gespräche gesucht. ... ich habe da einiges in Bewegung gebracht. Und so ist es jetzt.“

Hanne Mertz (VPSM): „Das sind relativ typische Fälle und unter Mobbing versteht man, dass es über einen längeren Zeitraum und sehr gezielt gemacht wird. Und ich denke die Führungskultur in einem Unternehmen spielt da eine ganz wesentliche Rolle.“


Moderatorin Marianne Hoehl:
„Jeder hat einmal mit Konflikten am Arbeitsplatz zu kämpfen. Wenn diese Schikanen aber permanent andauern, gezielt und mit System gegen eine bestimmte Person gerichtet sind, spricht man von Mobbing, dem Krieg am Arbeitsplatz.“

„… begrüßen Frau Rohleder-Oswald, Sie sind Psychologin vom
Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing in Wiesbaden…“

„Der Verein in Wiesbaden arbeitet auch sehr eng mit Juristen zusammen, Medizinern und Therapeuten, da wir die Erfahrungen gemacht haben, dass Mobbingbetroffenen auf einer Ebenen zu helfen sehr schwierig ist. Oftmals ist umfassende Hilfe notwendig, wie wir auch gestern in den Berichten gesehen haben - hat Mobbing gravierende Auswirkungen für die Betroffenen, sodass auch hier einzelne Maßnahmen koordiniert werden müssen. Es wird jeweils mit den Betroffenen geschaut, was bietet sich an zu machen und was können wir machen und was will auch der Betroffene…“


„Beate arbeitet in einem Krankenhaus. Tagtäglich wurde sie dort von Kollegin schikaniert.“

Betroffene: „Sie wollte mich einfach raus haben… und wie das Gefühl hatte… oder das Bewusstsein, fing es an, dass ich nicht schlafen konnte, dass ich das Essen nicht mehr bei mir behalten konnte und musste auch einen Tag krank machen, worauf einen Tag später ich wieder auf der Arbeit war und der Chef fragte: „Was hatten Sie denn? Sie sahen gar nicht so gut aus…“, und ich ihm sagte: „Ich kann das Essen nicht bei mir behalten.“, und er ging nicht weiter drauf ein und sie grinste nur. Und da war ich fertig.“
„Danach noch mehr Psychoterror. Beate wird nicht informiert, die Kollegin ignoriert ihre Fragen, stellt sie als unfähig da. Beates Selbstbewusstsein- zerstört. Aus Angst macht sie Fehler. Beate weiß selber nicht mehr, ob ihre Unsicherheit Ursache oder Folge des Terrors ist.“
Betroffene: „Sie hat behauptet, ich habe alles falsch gemacht. Ich war zum Schluss so verunsichert, dass ich mich nicht mehr getraut habe auch nur einen Kuli in die Hand zu nehmen. Und da hab ich gezweifelt… Ich habe gedacht, ich habe die letzten zehn Jahre nur mies gearbeitet. Das hat keiner gemerkt…keiner hat gemerkt wie schlecht ich bin.“
„Beate quält sich nur noch zur Arbeit. Ein Alptraum. Auch ihr Privatleben ist zerstört.“
Betroffene: „Dieses ganze Problem, dass ich auf der Arbeit hatte, habe ich mit nach Hause genommen in die Familie. Es hat sich übertragen auf meine Kinder, auf meine ganzen Bekannten, meinen Mann. Es gab nur noch dieses Thema, nur noch das Thema arbeit bei mir. Und die Kinder haben das gemerkt, dass ich nur noch geweint hab, dass ich fürchterlich aggressiv war, dass ich überhaupt nicht mehr ansprechbar war. Ich habe nur meiner ganzen Traurigkeit Lauf gelassen. Ich bin nur noch nach Hause ... .“
„Mobbing macht einsam. Erst in einer Beratungsstelle findet Beate Verständnis.“


In diesem Haus, einem von Rund sechzig Wohngemeinschaften des Jugendhilfswerkes Büsum haben die beiden Erzieher vier benachteiligte Jugendliche betreut. Mit viel Engagement hatten sie ihre Stelle als Pflegeeltern angetreten. Ein liberaler Erziehungsstil und familiäre Geborgenheit zeigten schnell Erfolg. Die Jugendlichen fühlten sich wohl, Verhaltensauffälligkeiten ließen nach. Aber: Harl Delphin: „Die doch sehr gute arbeit, die wir geleistet haben, war zu gut. Das heißt, dass ist gar nicht gewünscht. Es ist ein vorgegebenes Strickmuster abzuspulen, bei dem die Kinder von uns betreut werden bis sie in eine weiterführende Einrichtung gehen. Das sie eine möglichst lange Zeit bei uns bleiben, denn nur so sichern sie Arbeitsplätze und das Geld was rein kommt.“
Bald fühlten sich die Delphins durch Schikanen der zentralen Erziehungsleitung zermürbt. Sie mussten die Brillen der Kinder selbst bezahlen, für zusätzlich Ausflüge gab es kein Extrageld. Erziehungsberichte über ihre Kinder wurde hinter dem Rücken der Delphins geschrieben. Für den Computerraum, den Harl Delphin auf eigene Kosten für die Kinder eingerichtet hatte, sollte ihnen pro Monat Hundert Mark vom Gehalt abgezogen werden. Wenn es dagegen Probleme gab, fühlten sie sich von der Ehrziehungsleitung alleine gelassen.

Jana Delphin: „Die fachliche Beratung, fand ich, war überhaupt nicht gegeben, sodass
wir über kurz oder lang beschlossen haben, dass wir selber uns zusammengesetzt haben, mein Mann und ich und im Gespräch halt Dinge aufgearbeitet haben, die am
Tag mit den Kindern passiert sind.“

Als Frau Delphin schwanger war, kam ein schwer gestörtes Mädchen neu in die Gruppe. Sie verliebte sich in Harl Delphin, stellte ihm nach und war eifersüchtig auf seine Frau.
Als Delphin Alarm schlug, habe ihn die Erziehungsleitung schon wieder im Stich gelassen, sagt er.

H. Delphin: „Das war selbstverständlich eine sehr große Belastung für uns gewesen,
die der Leitung auch bekannt war. Wir haben es oft genug zur Sprache gebracht und selbst befreundete Kollegen oder auch ein Mitarbeitervertreter waren sehr schockiert darüber, dass nicht gehandelt worden ist. Sofort gehandelt wurde, als das Mädchen behauptete Harl Delphin habe mit ihr Sexualverkehr. Es gab keinerlei Rücksprache, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, alle Kinder wurden sofort aus dem Haus
genommen. Über Nacht wurde Harl Delphin bei Bekannten und Nachbarn
zur Unperson.
H. Delphin: „Um so schlimmer war es für mich, das dem Mädchen auf einmal glaubengeschenkt wird und alles was wir sagen überhaupt nicht zur Kenntnis
genommen wird. Zur Sache brauchen Sie gar nichts mehr zu sagen, wurde mir ganz
klar gesagt und meiner Frau auch. Darum geht es hier auch gar nicht mehr. Ich habe
also wirklich nicht mehr verstanden…, was passiert hier überhaupt mit uns?“

Monatelange Ermittlungen beeinträchtigten die Gesundheit des jungen Paares zusätzlich. Am Ende - Einstellung des Verfahrens mangels Tatverdacht. Das Arbeitsverhältnis wurde trotzdem gekündigt, angeblich aus betrieblichen Gründen.

Horst Steinkrauss (Erzieher): „Die Sache ist kein Einzelfall. Es wurde so mit Mitarbeitern häufig verfahren und aufgrund dessen sind Mitarbeiter auch selbst gegangen, wie sie einfach diese Repressalien dieser Heimleitung nicht mehr ertragen konnten. Wenn Mitarbeiter eigene Gedanken oder Konzepte mit einbringen wollten, wurden sie niedergemacht dann als unqualifiziert dann hingestellt.“

Der Arbeitgeber kann die Details des Falles Delphins nicht wieder aufklären. Vielfach stünde Aussage gegen Aussage. Die beschuldigte Erziehungsleitung bleibt für die
Kamera unerreichbar. Der Geschäftsführer räumt generell ein, dass es Struktur-
und Führungsmängel beim Jugendhilfswerk Büsum gegeben hat.

Drat: „Betroffene sehen sie sich in der misslichen Lage, je nachdem wie lange der
Prozess gediehen ist, dass er nicht nur mit Arbeitsverlust, Kündigung oder Selbstkündigung endet, sondern darüber hinaus, dass in die Isolation auch im
privaten Umfeld geraten. Das heißt, lange bevor Suizidgedanken real werden, ist möglicherweise schon eine langjährige Partnerschaft zerbrochen, werden Betroffene stigmatisiert, dass sie für die Ursache für den Prozess ansehen werden, sodass auch ganz vorne der„Hilfe-zur-Selbsthilfe-Gedanke“ stehen muss. Um das Durchbrechen der Isolation und als weiteren Schritt neben dem was wir selbst leisten können, nämlich fachkompetente Hilfe medizinischer - juristischer Art, um langsam einen Aufbauprozess einzuleiten.“

Prof. Dr.Dr. Heinz Leymann: „Das eigentliche zentrale Leiden in diesem Zustand ist,
was wir in diesem Hause Gedankenterror nennen. Die Gedanken verselbständigen sich und wiederholen immer wieder die traumatische Situation.“


Sprecherin: „Wie erklären Sie sich, dass es ganz wenige Zeugen gibt, die für
Vanessa aussagen?“
Interviewpartner: „Es ist ganz klar, dass der Betriebsrat hier eine ganz immense Machtstellung hat und die wird gnadenlos ausgenutzt.“

„Verhandlungspause - die Stimmung ist eindeutig. Die Kollegen stehen hinter dem Angeklagten und nicht hinter Vanessa. Auch damals nach der Vergewaltigung half ihr niemand. Die mangelnde Unterstützung anderer Mitarbeiter, kennt der Mobbingexperte Lothar Drat aus hunderten Fällen.“

Lothar Drat: „Der Hauptfaktor, der möglicherweise eine große Rolle für das Zuschauen, Betrachten und nicht Eingreifen von mehr unterdurchschnittlichen Personen kann der Faktor Neid sein. Man freut sich möglicherweise darüber, dass die die andere Person
nun ausgegrenzt wir. Und so die eigenen Karrierechancen verbessert werden.“


„[…] zeigt schon bald erste Krankheitssymptome wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen, später folgen Störungen des seelischen Gleichgewichts, andauernde körperliche Beschwerden, bis hin zu Depressionen und Selbstmord.“


Dr. Michal Becker (Neurologe und Psychiater): „Das sind Krankheitsbilder, Bilder, die
dazu führen können, dass sich die Persönlichkeit letztlich dauerhaft verändert und
wenn Mobbing länger andauert, tatsächlich sich auch so verändert, das die Menschen
nie mehr so werden, auch trotz Therapie, wie vorher. Und im Zusammenhang mit diesen Veränderungen, kommt es auch bei Mobbing zu Selbstmorden. Und zwar gerade dann, wenn Menschen den Kampf gegen das Mobbing aufgeben, wenn sie merken, sie haben verloren.“


„Jeder kann diesen Kampf verlieren, denn das typische Opfer gibt es nicht, genauso wenig wie denn typischen Täter.“

„… der 100. Deutsche Ärztetag hat sich in Eisenach mit großer Mehrheit einen Antrag verabschiedet, der das Thema Mobbing auch offiziell zum Thema der deutschen Ärzteschaft macht. Wir erleben in zunehmenden Maße, dass Mobbing-Opfer Arztpraxen und Krankenhäuser aufsuchen, um dort ärztliche Behandlung zu erfahren, wissen aber, dass sich bei Mobbing-Opfer in der Regel weniger ein gesundheitliches als ein psychologisches Problem am Arbeitsplatz verbirgt.“... „Deshalb sollen die Ärztekammern die frühe Erkennung und Behandlung von Mobbing-Folgen in die ärztliche Weiterbildung einbeziehen. Für viele Mediziner könnte Ursachenforschung vor Ort beginnen, denn der Arbeitsplatz Krankenhaus, inzwischen beherrscht von massivem Konkurrenzkampf, führt die Hitliste derjenigen Branchen an, die Mobbing besonders gedeihen.“


Ludwig Möritz (Ingenieur/Frührentner):
„… ging es bei mir dann zu Ende. Ich bin im Januar 1994 - wie soll ich sagen - hatte ich
quasi einen halben Nervenzusammenbruch. Ich hab dann vorm Schreibtisch gesessen
und habe geweint. Ich war einfach fertig.“

Der Ingenieur Lutz Möritz trug Verantwortung für 130 Mitarbeiter. Über Nacht wurde er versetzt in einen Bereich ohne Mitarbeiter und ohne sinnvolle Arbeit. Ähnlich erging es auch Anderen. Auslöser war die Privatisierung der Bundesdruckerei. Das Traditionsunternehmen suchte seine Zukunft in wirtschaftlichen Prinzipien und marktorientierter Geschäftspolitik. Alles wurde umorganisiert, vieles rationalisiert und
neu gebaut. Auf der Strecke blieben zweitausend Mitarbeiter. Die meisten gingen mit guten Abfindungen oder in Vorruhestand. Doch es klagen auch zahlreiche ehemalige Bundesdrucker, sie seien durch Mobbing gesundheitlich ruiniert worden.

L. Möritz: „…war das bei dieser Umorganisation alles- also ein riesen Chaos erzeugt wurde. Alles - also es wurden Vermerke geschrieben - mit Datum, ohne Datum, - mit Unterschrift, ohne Unterschrift. Es kamen Organigramme vordatiert- zurückdatiert.
Es wurde umorganisiert, rückwirkend bis zu Monaten.

W. Wegner: „Wir wurden als erstes unseres Chefs beraubt. Es folgten in schöner Regelmäßigkeit komessarische Fachbereichsleiter, die von unserem Fachbereich und
von dem was wir dort leisteten nicht die geringste Ahnung hatten. Und im Grunde genommen, für unser Gefühl jedenfalls, nur mit dem Ziel eingesetzt wurden uns zu verunsichern und unsere Leistung und Tätigkeit herabzuwürdigen oder zu mindern.“
Wilfried Bürkle (Ingenieur/Frührentner): „Ich bin damals zu unserem Hauptabteilungsleiter gegangen und habe gesagt ich kriege nichts zu tun. „Oh.“, sagte er. „Das ist aber schlimm.“ Und das war’s.

Interviewer: „Und wie haben Sie darauf reagiert?“

W. Bürkle: "Tja, wie soll man darauf reagieren?" Ich war völlig platt…“

L. Möritz: „Ich war Fachbereichsleiter vorher gewesen und hab jetzt ne Arbeit gemacht, die war praktisch beinahe unter dem Sachbearbeiter anzusiedeln…

„.. hat die … Behörde Parallelen zwischen Stasi-Strategien und Mobbing-Methoden untersucht. Ein Historiker fand überraschend viele Gemeinsamkeiten.“„Also psychischer Druck, psychische Gewaltanwendung war charakteristisch- für beide. Charakteristisch
war auch, dass kein Gleichgewicht der Kräfte da war, also das Opfer war immer in der Minderheit, die Täter in einem Übergewicht. Das ist auch deckungsgleich. Das es über
eine längere Zeit angeht, und ich denke auch gleich war. Das es im Grunde genommen
so lange lief, bis das Opfer zur Strecke gebracht wurde.“
„Im Katalog der Mobbing-Strategien fanden sich wörtliche Übereinstimmungen.“
„Typisch für die Staatssicherheit: Kompetenzbeschneidungen, Isolierung, Dauerkontrolle, Unterforderung, aber auch Überraschungsangriffe… also von 10 häufigsten Strategien treffen etwa fünf auf die Strategie der Zersetzung zu. Das heißt übertragen auf eine konkrete Situation, wenn ein 55-jähriger am Arbeitsplatz gemobbt wird, egal ob in der freien Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst, dann steht ihm heute im Grunde genommen keine Alternative zur Verfügung. Er kann nicht kündigen, er kann nicht ausweichen. Und damit, meine ich, ist er einer ähnlichen Ohnmacht ausgeliefert, wie damals ein Zersetzungs- Opfer des…“
„…erpressbar…“
„… ja …erpressbar, er kann sich auch nicht wehren.“

Zum Beispiel Hauptkommissar Dietmar Hübner,
strafversetzt als Schichtführer in diese Polizeiwache.
Hübner hat eine psychologische Ausbildung und war vorher bei Sozialdienst.
Eine Anlaufstelle der Polizei für Mobbing- und Konfliktfälle. Dort wagte er offen Kritik,
weil die Schweigepflicht nicht gewahrt werde und bad um Ablösung: Prompt wurde er
in den allgemeinen Wachdienst versetzt. Dietmar Hübner (Polizeihauptkommissar):
"Also ich hab mich bestraft gefühlt und auch in meinem Ruf beschädigt. Weil ich wollte nicht hin zu dieser Dienststelle, hatte mich schon in Kontakten um andere Verwendung bemüht und zweitens hat man mir auch keine Gelegenheit gegeben Stellung zu beziehen und diesen Vorwürfen."

Ein Polizeikommando durchsuchte Hübners Wohnung und seine neue Dienststelle.
Dann auf die Strafversetzung folgte die Beschuldigung, Hübner habe Unterlagen beseitigt. Erst wurde ein Strafverfahren, dann ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Hübner nahm einen Anwalt. Ein zermürbender Kleinkrieg begann.

Hübner: "Von diesem frühen Zeitpunkt habe ich mich eigentlich immer noch in einer guten Position gesehen, weil ich dachte einfach ich habe eine Menge Argumente auf meiner Seite, ich ich auch präsentieren kann. Musste dann aber wirklich nach einem halben Jahr und jetzt immer noch zur Kenntnis nehmen, dass die überhaupt niemanden interessiert haben, also es hat keiner mit mir gesprochen."

Die Vorwürfe erwiesen sich als haltlos, denn die fraglichen Unterlagen fanden sich nach Monaten in der alten Dienststelle wieder. Die Verfahren wurden eingestellt, aber Hübner blieb im Wachdienst. Seine Bemühungen um einen angemessenen neuen Dienstposten liefen ins Leere. Hübner: "Da habe ich dann gemerkt, dass doch die Position hilfloser ist als ich gedacht habe und eingeschätzt habe. Und dass ich eine Menge runtergeschluckt habe und letztendlich auch so massive Probleme gekriegt habe, Magen- und Darmgeschichten, also so kurz vorm Magengeschwür stand." In einer Gesprächsrunde berichteten Polizeioffiziere über dutzende Mobbingfälle, allein in der Berliner Polizei.
Das Muster sei immer gleich: Wer sich nicht anpasst, wird isoliert, mit Disziplinarmaß-nahmen zermürbtt, als krank abgestempelt. Die mittlere Führung sei zu großen Teilen kritikunfähig.

Dietmar Hübner (Polizeihauptkommissar): "Und dann hat man eben zwei verschiedene Möglichkeiten, den Leuten klar zu machen, dass sie gegen die Spielregeln verstoßen.
Also entweder man kriminalisiert sie, das ist ja häufig genug vorgekommen oder man pathologisiert sie, indem man eben medizinische Diagnosen findet für das."„

… Signale gibt, wie beispielsweise der Vorstandssprecher der deutschen Bank, der beim Zukauf von „banker’s trust“ gesagt hat, es ginge in Zukunft, um „the best of the breed“. Also das heißt also eine Personalpolitik zu betreiben, bei der man sich die Besten aus einem „Wurf“ nimmt. Das ist ein Begriff aus der Tierzucht und das heißt auch, dass man den Rest an die Wand knallen kann, um es mal sehr drastisch zu sagen. Dann wird mit solchen Äußerungen und mit einer solchen Personalpolitik eine psychische Dynamik ausgelöst, die sich nach unten fortsetzt. Man kann sehr krass sagen, als eine bemäntelte, in der Sprache der Rationalisierung bemäntelte Form des Sozialdarwinismus. Und die 150 bis 170 Leute, die ich hier in den letzten zwei Jahren hier gesehen habe, sind Opfer einer solchen Strategie. Aber ich muss dazu sagen - es ist keine bewusste Strategie. Jedenfalls ist es das in den seltensten Fällen. Aber wenn man nach unten, sozusagen Entgrenzung zulässt, dann gibt man die Dynamik frei.

Ich denke die alten Unternehmenskultur hat sich dadurch ausgezeichnet, dass es eine Art paternalistischer Fürsorgepflicht für den Einzelnen gab. Und die wird mit neuen Formen der Personalpolitik aufgekündigt.“

Dieser Oberarzt an einem ostdeutschen Krankenhaus. Er will nicht erkannt werden, weil er inzwischen einen neuen Job sucht. Der Grund: Sein enuer Chefarzt aus Westdeutschland brachte ein anderes Medizinverständnis und einen anderen
Führungsstil mit. Er bedrängte den Ostkollegen, wollte ihn am liebsten los werden.
Der Oberarzt berichtet, er sei ständig zum Chrf zitiert worden, mit falschen Vorwürfen abgekanzelt, von der Visite ausgeschlossen. Dazu stapelweise barsche Briefe.
Oberarzt: "Die Anlässe waren aus meiner Sicht an den Haaren herbeigezogen,
nichtige Anlässe und der Ton war etwas hasch und ich hab dann immer so gesagt,
wir sind eigentlich nicht auf dem Kasernenhof."

Briefauszug:
Ich hatte Ihnen angekündigt, dass ich Ihnen die Dienstplanerstellung entziehe. Dieses vollziehe ich hiermit.

Oberarzt: "Dann gab es Versuche, sehr hektische Versuche, meinen Aktionen im Krankenhaus einzuengen. Also er hat mir zum Beispiel verboten weiter Schwesternunterricht durchzuführen."

Dienstanweisung:
Ich muss Sie daher anweisen, ab sofort von einer solchen Unterrichtstätigkeit ... abzusehen ...

Dienstanweisung:
Ich erwarte, dass Sie sofort nach Eintreffen und Umziehen im Krankenhaus die Arbeit direkt in der Notaufnahme persönlich aufnehmen.

Oberarzt: "Dann wurde es schon ganz schön unfair und es hat mich auch persönlich eigentlich gekränkt, in Unterstellung, ich würde meine Arbeitszeit nicht einhalten. So
ist zum Beispiel eine Kollegin, die mit in meiner Abteilung arbeitete, gebeten worden
zu notieren wann ich kommen und wann ich gehe, um das beim Chefarzt abzuliefern."

Briefauszug:
Dieses ist für mich nicht akzeptabel. Ab jetzt bitte ich um frühzeitige Anmeldung von Freizeitausgleich und Gegenzeichnung durch mich.

Oberarzt: "Ich hab das am Anfang eigentlich unterschätzt, ich hab mir gedacht, also Du hast Dir in der Stadt, im Krankenhaus so nen guten Ruf aufgebaut.

Briefauszug:
... hatte ich wiederholt ... darauf hingewiesen, dass die Briefe der Oberärzte, ... "
über meinen Tisch zu laufen haben". Ich ... behalte mir eine Abmahnung vor.

Normaler Schriftverkehr oder Mobbing? Der Chefarzt teilte uns auf Anfrage mit, er sehe keinen Anlass im einzelnen Stellung zu nehmen. Die Mobbingvorwürfe treffen aber sämtlich nicht zu. Der Oberarzt hingegen klagt über die typischen Symptome von
Mobbing.

Oberarzt: "Ich hab also gedacht, dass kann man mir nichts anhaben. Das war aber falsch." Und was hat es Ihnen anhaben können? "Ich bin verunsichert worden, ich war
mir meiner Therapie nicht mehr sicher, ich war mir meiner Reaktion in Gesprächen in größeren Runden nicht mehr sicher ... ."

Rüdiger Bock (Geschäftsführer Bundesdruckerei Berlin):
“Das einige auf diesem Wege die Bundesdruckerei verlassen haben, hat einen Hintergrund, der in der ungewöhnlichen Ablauf dessen was die Bundesdruckerei in den vergangenen vier Jahren ungefähr durchgemacht hat, hat seine Begründung.“

Hans Valdorf (Geschäftsführer Diakonie Hilfswerk Schleswig-Holstein):
„In Büsum sind uns Signale gegeben worden, dass sicher über Strukturen nachgedacht werden muss. Vor allen Dingen wie man miteinander umgeht. Darauf haben wir auch reagiert und haben verschiedene Dinge eingeleitet. Zum Beispiel, dass alle Mitarbeiter Anspruch auf Supervision haben, also ihre Probleme auch Menschen von außen
schildern können.“

VW- Personalchef Dr. Senn:
„Wir haben das gesamte Thema in einer Top-Down-Informationsveranstaltung von
oben nach unten durchdekliniert. Diese Betriebsvereinbarungen „Partnerschaftliches Verhalten“ ist also allen bekannt. Jeder weiß, dass bestimmte Verhaltensmuster nicht akzeptiert werden. Man hat in dieser Betriebsvereinbarung als Mitarbeiter das Recht
zu Personen des Vertrauens […] werden bestimmte Maßnahmen diskutiert, es wird mit dem Mobber oder mit dem Diskriminierer wird dann gesprochen und gegebenenfalls,
wenn es ganz schlimm wird, können auch Arbeitsordnungsmaßnahmen ergriffen werden.“


Rüdiger Bock (Geschäftsführer Bundesdruckerei Berlin):
„Die Umstellung einer Behörde in ein Unternehmen, das am Wettbewerb teilnimmt, macht man nicht von heute auf morgen. Mit Sicherheit ist es so gewesen, dass wir einige Vorgesetzte unheimlich in die Pflicht genommen haben. Sie haben sich dem nicht entzogen, sondern bravourös gelöst. Aber man kann nicht behaupten und sicher sein, dass jeder das perfekt gelöst hat. Und sie haben einige Bemerkungen gemacht zu dem, was zu kritisieren ist. Das kann passieren:“...
„Dass einige auf diesem Weg die Bundesdruckerei verlassen haben, hat einen Hintergrund, der in dem ungewöhnlichen Ablauf dessen, was die Bundesdruckerei in
den vergangenen vier Jahren ungefähr durchgemacht hat, seine Begründung.“


Hagen Saberschinski (Polizeipräsident Berlin):
„Wir haben in der gesamten deutschen Polizei, so auch in der Berliner Polizei ein Führungsproblem. Dieses Führungsproblem ist gesellschaftsadäquat. Es ist in
dieser Gesellschaft nicht üblich, offen und im Klartext miteinander zu sprechen.“
Anders als mancher seiner Führungskräfte redet der Polizeipräsident jetzt selber
Klartext und erlaubt seinen Beamten- zu aller Überraschung- Frensehinterviews
zum Thema Mobbing.

Dr. med. Günter Jonitz (Vizepräsident Ärztekammer Berlin):
„Wir erleben insbesondere in den Krankenhäusern im medizinischen Bereich zum Teil
ein sehr ausgeprägtes Mobbing. Die Ursachen liegen darin, dass der Druck auf alle Beschäftigten in den Krankenhäusern sehr stark ist und noch mal deutlich zugenommen hat in den letzten zwei Jahren, dass die Krankenhäuser extrem hierarchisch organisiert sind. Wir haben im Prinzip ein Führerprinzip und Feudalsystem in den Krankenhäusern. Einen an der Spitze mit der gesamten Macht und der gesamten Verantwortung, der in
der Regel in seiner Weiterbildung, Ausbildung zu seinem Posten als Chefarzt nicht gewohnt ist, Probleme auf dem kommunikativen Weg zu lösen. Die Jüngeren haben
auf der Universität nur über das „Gut-zu-lernen“ gelernt und sind auch dort in der
Regel nicht mit den Möglichkeiten vertraut Konflikt zu bearbeiten und daraus
entsteht die Folge, dass Probleme weggeboxt werden.“


Lothar Drat: „[..] aus der Beratung heraus alle Ebenen betrachtet werden müssen. Nicht nur was gibt es da für eine Unternehmenskultur. Zunächst sind die Zeiten, in denen sich der behandelnde Arzt mit dem Patienten beschäftigen kann sehr begrenzt und er trägt ein großes Risiko. Er kann Ursache und Wirkung verwechseln, was wieder zum Mobbingprozess dazu gehört, dass nicht selten der Arzt oder der Psychotherapeut, die in einem oder zwei Jahren entstandene Depression als Ursache des Prozesses sieht und mit analytischen Methoden möglicherweise noch die letzten Reste des eigenen Selbst zerstört. Diese Gefahr droht. Während große Teile der der Bevölkerung mittlerweile mit dem Begriff „Mobbing“ etwas angefangen können, besteht großer Fortbildungsbedarf insbesondere bei Ärzten, Psychotherapeuten und auch Juristen.“

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