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Mobbing am Arbeitsplatz
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(von Michael Becker)

Mobbing am Arbeitsplatz ist eine gravierende unethische Kommunikationsstörung, die als psychodynamischer Prozess bei den Betroffenen zu erheblichen psychischen und psychosomatischen Beschwerdekomplexen führt und neben Berufs- und Erwerbsunfähigkeit auch die soziale Ausgrenzung zur Folge haben kann. Die Ursachen liegen meist nicht in der Persönlichkeitsstruktur der Patienten, sondern basieren auf konkret fassbaren Arbeitsplatzdefiziten. ...

Mobbing - Mehr als ein „übler Kollegenscherz"

Je länger solche arbeitsplatzbedingten Stressoren auf eine(n) Betroffene(n) einwirken, desto ausgeprägter entwickeln sich die auftretenden Gesundheitsbeeinträchtigungen, und zwar sowohl qualitativ als auch quantitativ. Aus Befindlichkeitsstörungen werden Krankheitssymptome, dann Krankheitssyndrome und schließlich komplexe psychosomatische psychiatrische Krankheitsbilder im Sinne schwerwiegender, teilweise langfristig nicht reversibler Gesundheitsschäden. Die pathologischen Auswirkungen, unter denen die aufgrund von Arbeitsplatzbedingungen erkrankten Menschen leiden, sind vielfältig. So treten verschiedene körperliche Beschwerden in unterschiedlichen Organsystemen auf, z.B. in kardiovaskulären, abdominellen und muskuloskeleralen Bereichen.

Auch die psychischen Ausprägungen sind breit gefächert. Prodromal treten oft Konzentrations- und Gedächtnisstörungen auf. Bereits nach kurzer Mobbingwirkdauer zeigen sich Gedankenautomatismen, und das Denken kreist ständig um die am Arbeitsplatz erlittenen Schikanen. Daraus können sich Identitäts- und Selbstwertkrisen, neurotische Störungen, Erschöpfungs- und Versagenszustände und schließlich sogar anhaltendes ängstliches, depressives und paranoides Erleben entwickeln. Es verwundert in diesem Zusammenhang nicht, dass es mit zunehmender Ausgestaltung der Krankheitszeichen immer schwierigen wird, als zugrundeliegende Ursache einen Mobbingprozess zu erkennen, insbesondere, da sich im Verlauf von jahrelangem Mobbing die entstehenden Krankheitsbilder eigendynamisch auch abseits des Mobbing weiterentwickeln. So kämpfen manchmal sogar aufgrund von Mobbing frühberentete Menschen weiter gegen das ihnen widerfahrene Unrecht an, ungeachtet rechtlicher Aussichtslosigkeit und verschleißen so ihre letzten, noch verbliebenen gesundheitlichen Ressourcen.

Psychosomatische Krankheitsbilder

An psychosomatischen Krankheitsbildem imponieren u.a. Schlafstörungen (Frühsymptom), Hypertonie, Herzschmerzen, Magen- und Darmentzündungen und -ulzera, durch anhaltende Muskelverspannungen und Körperfehlhaltung bedingte orthopädische und neurologische Krankheitsbilder wie z.B. Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen. Aber auch stressbedingte chronische Immunschwäche mit in der Folge Begünstigung von Allergien, Infektionsanfälligkeit und Entstehung bösartiger Tumoren.

 

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