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MOBBING: TRAUMA OHNE ENDE
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Jetzt versuchen Firmen sogar, durch gezielten Terror Personal abzubauen. Mehr Hilfen für die Opfer fordert der Mobbing-Experte und Psychologe Heinz Leymann

BRIGITTE: Den Psychoterror am Arbeitsplatz haben Sie 1993 in Ihrem ersten Mobbing-Bericht aufgedeckt. Jetzt haben Sie einen zweiten herausgegeben*. Was hat sich geändert?

HEINZ LEYMANN: Es gibt inzwischen Selbsthilfegruppen, Telefondienste und eine Reihe von Forschungsprojekten. Eine Mobbing-Klinik ist geplant. Leider gibt es auch schlechte Neuigkeiten: Einige Firmen betreiben Mobbing als gezielte Methode des Personalabbaus.

Mitarbeiter werden also zur Kündigung gezwungen, um Abfindungen zu sparen?

Richtig. Ein Kollege von mir wurde nach einem Vortrag von Leuten aus der Wirtschaft gefragt, wie sie eine Mobbing-Strategie planen könnten, zum Beispiel mit Isolation, übler Nachrede, systematischer Unterforderung oder Überforderung. Sie hätten das Problem, Personal kostengünstig abbauen zu müssen. Ein perverser Gedanke.

Wie können sich die Opfer wehren?

Neben Psychologen sollte man auch Arbeitsberater und Juristen einbeziehen. Mobbing-Opfer sind verängstigt, irritiert und haben häufig unrealistische Vorstellungen davon, was rechtlich machbar ist. Ein Jurist könnte dem Opfer ganz praktisch helfen. Berufsberater müßten klären ob eine Rückkehr zum alten Arbeitsplatz sinnvoll ist, ob ein Neuanfang in einer anderen Firma besser wäre, vielleicht sogar ein ganz neuer Beruf erlernt werden muß.

Wie kann die psychologische Hilfe aussehen?

Für die meisten Opfer wird der fortgesetzte Psychoterror am Arbeitsplatz zu einem Trauma.

Sie erleben die demütigende Situation im Kopf immer wieder neu – ein regelrechter Gedankenterror, den sie nicht abstellen können. Das kann zu massiven psycho-somatischen Beschwerden führen, die therapiert werden müssen. Dabei muß die Schulpsychatrie endlich akzeptieren, daß diese Menschen nicht aufgrund von Kindheitserlebnissen in solche Situationen geraten sind, sondern durch Terror am Arbeitsplatz. Außerdem müssen die Firmen ihre Führungskräfte schulen, damit sie potentielle Mobbing-Situationen frühzeitig erkennen und unterbinden können.

  • Heinz Leymann (Hrsg.):Der neue Mobbing-Bericht. Erfahrungen und Initiativen, Auswege und Hilfsangebote. Rororo aktuell 14,90 DM. Weitere Informationen verschickt die „Gesellschaft gegen psychosozialen Stress und Mobbing“, Grüne Straße 14 33175 Bad Lippspringe gegen eien mit drei Mark frankierten DIN A 4 Rückumschlag.

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