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Arbeitsmarkt
Wenn die Kündigung nicht klappt, wird gemobbt
Was Beschäftigte gegen Psychoterror am Arbeitsplatz tun können
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Till Hoppe

Als Betriebsrat war Konrad Z. seinem Arbeitgeber häufig auf den Schlips getreten. Die Konsequenz: Der unbequeme Angestellte wurde gefeuert. ...

Konrad Z. ist ein Mobbing-Opfer. Vergleichbares erlebt jeder vierte in seinem Berufsleben. Die Folgen sind häufig fatal.
20 bis 25 Prozent aller Selbstmorde würden durch Mobbing verursacht, erklärt Albrecht Schott vom Berliner Bündnis gegen Mobbing (Einschub: nach den bisherigen Untersuchungen hat jeder 6. Suizidversuch einen Hintergrund dieser Art / siehe Prof. Dr. Dr. Heinz Leymann) . Und selbst wenn es nicht zum Äußersten komme, seien die Folgen des Psychoterrors fast immer gravierend. Die Opfer würden von Selbstzweifeln geplagt, bis hin zu schweren Depressionen. Dabei trifft es keineswegs immer die Schwachen. Im Gegenteil: Gemobbt würden besonders die Leistungsfähigen, erzählt Lothar Drat, Vorsitzender des Vereins gegen psychosozialen Stress und Mobbing (VPSM) in Wiesbaden. "Die Hauptursache für den Terror ist Neid." Auch Chefs würden mobben, wenn sie ihre Position durch einen fähigen Untergebenen gefährdet sehen. Oder - wie im Fall Konrad Z. - um missliebige Mitarbeiter trotz Kündigungsschutzes loszuwerden. Drat berichtet sogar von Mobbing-Seminaren für Führungskräfte von
Firmen, die Arbeitsplätze abbauen müssten.

Der Sozialpädagoge kümmert sich mit seinen Mitarbeitern - Ärzten, Psychologen und Rechtsanwälten - um diejenigen, die sich entschlossen haben, gegen ihre Peiniger vorzugehen. Was rät er seinen Klienten? "Es gibt keine Patentrezepte", sagt Drat.
Gleich mit dem Rechtsanwalt zu drohen, führe oft zu einer unnötigen Verhärtung der Fronten. Zudem seien die Gemeinheiten fast immer schwer zu beweisen. Stattdessen sei es besser, frühzeitig mit Vertrauten über die möglichen Gründe zu sprechen und Auswege zu suchen. "Es kann auch sehr sinnvoll sein, offen auf den Mobber zuzugehen", rät Drat. Klappt das nicht, sollte man schnell kompetente Hilfe holen.

Die zu finden, ist aber häufig nicht einfach. Anlaufstellen mit umfassenden Hilfsangeboten - psychologischen, medizinischen und juristischen - seien besonders in Ostdeutschland noch dünn gesät, klagt Drat. Um Mobbing-Opfer bei der Suche zu unterstützen, gibt der VPSM einen Wegweiser heraus.
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