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Wenn es nur Verlierer gibt

Unter Mobbing leiden neben den Betroffenen auch Kollegen und Firma / Infoveranstaltungen können präventiv wirken
Jeder vierte Beschäftigte wird einmal in seinem Berufsleben das Opfer von Mobbing. Die systematische Schikane macht die Opfer krank, doch viele Führungskräfte sind überfordert und reagieren nicht richtig. Betriebliche Anlaufstellen können helfen.
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VON LOTHAR DRAT
Frankfurt a. M. - Mobbing bezeichnet innerbetrieblich eskalierte Konflikte, bei denen nahezu alle Beteiligten verlieren. Das systematische Schikanieren von Mitarbeitern und Kollegen führt bei den Betroffenen zu Krankheit und Depression. Aber auch das Team und die Einrichtung leiden, wenn ungelöste Konflikte ein bedrohliches Ausmaß annehmen.

Im Unterschied zu normalen Konflikten am Arbeitsplatz sind von Mobbing Betroffene über einen längeren Zeitraum systematisch betriebenen Angriffen, Demütigungen, Beleidigungen und psychischer Gewaltanwendung ausgesetzt. Im Durchschnitt ist jeder vierte Mitarbeiter einmal im Berufsleben von solch einem Prozess betroffen. Häufig verliert das Opfer seinen Arbeitsplatz - und mehr.

Ursachen sind zumeist Störungen in den Bereichen der Arbeitsorganisation, der Leitung und Supervision der Arbeit und in der Sozial- und Handlungsdynamik der Gruppen. Häufig geht ein Konflikt voraus, der lange ignoriert, geduldet oder sogar gefördert wurde. Wegen fehlendem oder schlechtem Konfliktmanagements entsteht ein fließender Übergang zum Mobbing. Hinzu kommen dann häufig Fehlgriffe der Personalverwaltung. Die Folgen sind schwerwiegend.

Für das Mobbing-Opfer:

* lang anhaltender und ständig zunehmender Stress, gefolgt von auch schwerwiegenden, dauerhaften Erkrankungen

* Verlust des Arbeitsplatzes

* Beeinträchtigung oder der Verlust privater Beziehungen

Für den Arbeitgeber:

* Verschlechterung des Betriebsklimas

* Minderung von Motivation und Leistungsbereitschaft, Kreativität und Initiative

* Schädigung des Ansehens

* erhöhte Kosten durch Fehlzeiten und steigende Fluktuation durch innere Kündigung

Kostendruck, knapper werdende Mittel und die nachlassende Bereitschaft zum Dialog produzieren Stress und Verunsicherung für alle Beteiligten. Ein guter Nährboden für Mobbing, wenn sich dann noch geringe Führungskompetenz und mangelnde Transparenz etwa mit der Einführung neuer Management-Methoden paaren. Doch Mobbing ist kein unabänderliches Übel. Im Bereich der Prävention können schon Informations-Veranstaltungen sensibilisieren und somit verändernd wirken.

Wichtig sind auch Schlichtung, Vermittlung und Mediation. Der Wiesbadener
"Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing" (VPSM) hat gute Erfahrungen mit der Errichtung betrieblicher Anlaufstellen gemacht. Solche Stellen sollten aus je einem geschultem Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter bestehen, sowie einer neutralen Person. Betroffene von Arbeitsplatzkonflikten und Mobbing sollten an eine Person ihres Vertrauens aus dem Gremium wenden können.

Lothar Drat ist Koordinator des Fachverbundes der unabhängigen Arbeitsplatzkonflikt- und Mobbingberatungsstellen im VPSM und Leiter der Wiesbadener Beratungsstelle "Balance".

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