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Mobbing im Krankenhaus
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Psychoterror im Berufsalltag zwingt oft zur Kündigung
(von Malte M. Ludwig und Dietrich Klingmüller)

Laut Statistik verbringt der Mensch im Durchschnitt ein Drittel seiner Lebenszeit am Arbeitsplatz. Leider haben in den letzten Jahren die Konflikte am Arbeitsplatz sowohl zwischen Kollegen als auch zwischen Vorgesetzten und Untergebenen derart zugenommen, dass die Kosten zur Bekämpfung hieraus resultierender psychischer und psychosomatischer Symptome nach einer Statistik der AOK-Hamburg in einem Bereich von 100 Milliarden DM pro Jahr liegen.
Angst als krankhaftes Symptom ist nach Meinung von Arbeitsmedizinern, Psychiatem, Untenehmensberatem und Betriebsräten ein alltägliches Phänomen am Arbeitsplatz und wird verursacht durch Leistungsdruck, Versagens- und Überforderungsbefürchtungen. Häufig ist Mobbing die Ursache.


Konfliktbelastete Kommunikation

Die Gesellschaft gegen psychosozialen Stress und Mobbing e.V. definiert Mobbing am Arbeitsplatz als eine „konfliktbelastete Kommunikation unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die
angegriffene Person unterlegen ist, von einer oder mehreren anderen Personen oft, systematisch und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet".

Nach Leymann ist das Mobbing-Opfer einer von 45 kränkenden Handlungsarten, die er unterscheidet, mindestens einmal pro Woche, mindestens ein halbes Jahr lang ausgesetzt. Am Arbeitsplatz ist für die Betroffenen Mobbing zu erkennen an Schikane und Bosheit von Vorgesetzten sogar angestiftet oder unterstützt. ...

Eine Umfrage des Marburger Bund Landesverbandes Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz e.V. konnte offen legen, dass sich rund 25 Prozent der Klinikärztinnen und -Ärzte oft oder ständig ungerechter Kritik von Kolleginnen und Kollegen ausgesetzt sehen. Hiervon sind Assistenzärztinnen und -ärzte am meisten betroffen. ...

•Das wiederholt öffentlich formulierte Führungsprinzip eines Klinikdirektors war, jede Kollegin oder jeden Kollegen der Klinik gleich schlecht zu behandeln, um niemanden zu bevorzugen. Dies verleitete einen leitenden Oberarzt und Leistungsträger der Klinik, indem er vorschlug, das Führungsprinzip der Klinik dahingehend zu ändern, jede oder jeden der Klinik gleich gut zu behandeln.
Wegen dieser Bemerkung wurde der Oberarzt von seinem Vorgesetzten vor Kollegen als ständiger Meckerer tituliert. Er drohte ihm, die „Daumenschrauben" anzulegen. Seit dieser Zeit wurde der Oberarzt vom Klinikdirektor ignoriert.
In der Durchführung seiner Weiterbildungsermächtigung wird der Kollege seitdem behindert. Seine Anträge zur Apparateausstattung, Personalbesetzung oder Raumausstattung fanden keine Resonanz. Bei statistisch gleichbleibender Zahl der durch den Oberarzt persönlich behandelten Privatpatienten verringerte der Klinikdirektor seine Abgaben an den Kollegen innerhalb der folgenden drei Jahre um 75 Prozent. ...

• Jeder kann betroffen sein
Die Beispiele zeigen, dass in den hierarchischen medizinischen Strukturen jede Kollegin oder jeder Kollege von mobbing betroffen sein Kann. Aus dem Arbeitsrecht ist bekannt, dass im fortgeschrittenen Fall Mobbing fast immer mit dem Ausschluss aus dem Arbeitsleben endet. Häufig kündigt der oder die Betroffene selbst, oder die Kündigung wird vom Arbeitgeber eingeleitet. Um gegen Mobbing rechtlich einzuschreiten, muss die oder der Betroffene selbst Strafantrag stellen (z.B. wegen übler Nachrede und Verleumdung oder wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Körperverletzung bei schweren Gesundheitsschäden).

Die Gerichtsverfahren sind aber meist so kosten-, nerven- und zeitintensiv, dass das Mobbing-Opfer diese Belastung scheut und Abstand von rechtlichen Mitteln nimmt. In diesem Zusammenhang ist aber besonders darauf hinzuweisen, dass gerade der Arbeitgeber eine gesetzlich vorgeschriebene Fürsorgepflicht hat, die auch beinhaltet, Mobbing zu verhindern oder dagegen einzuschreiten.

Wie kann Mobbing verhindert werden? Wichtig ist, dass die vom Mobbing Betroffenen dies so früh wie möglich erkennen, den Tatbestand publik machen und sich offensiv zur Wehr setzen. Hierfür muss die Angst vor Repressionen unbedingt überwunden werde. Besonders wichtig ist die Vorbereitung sowie die Durchführung eines geeigneten Konfliktgespräches. In diesem Zusammenhang sollte sich das Mobbing-Opfer folgende Fragen stellen:

Welches ist die Mobbing-Ursache?
Welchen kränkenden Handlungen bin ich ausgesetzt?
Wer ist Mobbing-Täter?
Gibt es mehrere Mobbing-Täter?
Ist die Toleranzgrenze erreicht?
Besteht die Aussicht der Konfliktlösung durch ein Gespräch?
Welches sind die Ziele des Konfliktgesprächs?
Welche neutrale Person soll zu diesem Gespräch hinzugezogen werden?
An welchem Ort und zu welchem Zeitpunkt sollte das Konfliktgespräch stattfinden?

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