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Schüler Mobbing

dotCyber-Mobbing

dotJugend und Gewalt 

dotGewalt-Phänomene

 

 

Wenn Mehmet und Ayse Lukas und Leonie mobben

von Alexander Riedel, dpa 07.10.2010
Mit Material von ZDF

Integrationsbericht im Bundestag

Deutsche Schüler werden an Brennpunktschulen zunehmend gemobbt. Grund
dafür ist nach Ansicht von Experten nicht der kulturelle Hintergrund, sondern
die fehlende Perspektive muslimischer Schüler. Integration ist heute auch
Thema im Bundestag.

Viele Schüler kennen das: Der Weg zur Schule, die Pause oder der
Sportunterricht werden zur Qual. Der Grund: die Mitschüler. Heute nennt
man es Mobbing, aber Hänseln und Schikanieren gab es unter Schülern
schon immer, sagen Experten.

Diskriminierung von Minderheiten

Einige Berliner Lehrer warnten jüngst vor einer neuen Entwicklung.
In Problemvierteln von Großstädten würden Schüler deutscher Herkunft von
mehrheitlich muslimischen Mitschülern drangsaliert. "Viele deutsche Schülerinnen und Schüler empfinden sich als eine abgelehnte, provozierte, diskriminierte Mehrheit, meist
ohne nicht-deutsche Freunde" , berichtete Hauptschullehrer Norbert Gundacker bei
einer Tagung zur Deutschenfeindlichkeit an deutschen Schulen in Berlin.

Integration im Bundestag

Der Bundestag beschäftigt sich heute mit der Lage der Ausländer in Deutschland. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), stellt den Abgeordneten ihren jüngsten Bericht vor. Der war bereits im Juli offiziell veröffentlicht worden.

Aus ihm geht hervor, dass es zwar einige Fortschritte bei der Integration von
Ausländern gibt. Die Lage habe sich aber noch nicht wesentlich verbessert. Vor allem
auf dem deutschen Arbeitsmarkt seien Migranten weiterhin benachteiligt.

Gundacker berichtete, dass türkischstämmige Schüler ihre deutschen Mitschüler
häufig köpekler" nennen, das heißt Hunde. Das würde gezielt und nahezu ausschließlich benutzt. Lehrerinnen würden oft als "Deutschen-Schlampen" bezeichnet, Mitschüler regelmäßig als "Ihr seid doch alles Schweinefleischfresser" beschimpft. In der Berliner Zeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) klagten Pädagogen, darunter Gundacker, über "Deutschenfeindlichkeit" - und lösten damit eine Diskussion unter Lehrern, Sozialarbeitern und Forschern aus.

GEW: Studien und Sachlichkeit fehlen

An manchen Schulen in Problemvierteln von Großstädten trauen sich nicht-muslimische Schüler in der Pause offenbar kaum noch auf den Schulhof. Sie hätten Angst vor den mehrheitlich muslimischen Mitschülern, die sie beschimpften und schlügen, klagen viele Pädagogen an sozialen Brennpunkten. "An solchen Schulen versucht die Mehrheit der Verlierer die Minderheit der Verlierer zu mobben", sagte das Bundesvorstandsmitglied
der Lehrergewerkschaft GEW, Norbert Hocke.

Hocke erinnert daran, dass in den 90er Jahren italienische und türkische Schüler von der deutschen Mehrheit gemobbt wurden. "Damals gab es Untersuchungen darüber:
Wie fühlt sich die Minderheit? Wie die Mehrheit?" Das fordert Hocke auch heute.
Es gelte, Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen.

Verlierer gegen Verlierer

Der Gewerkschafter warnt davor, den kulturellen Aspekt zu wichtig zu nehmen, Jugendliche gegeneinander auszuspielen. "An solchen Schulen versucht die Mehrheit
der Verlierer die Minderheit der Verlierer zu mobben", sagte er. Werde die Diskussion
über die Ursachen auf die muslimische Herkunft verkürzt, suchten diese Jugendlichen
am Ende womöglich Halt bei religiösen Hardlinern in Moscheevereinen.

"Ich finde die ganze Debatte lächerlich, fast schon peinlich", schimpft Sanem Kleff, Leiterin des bundesweiten Projekts "Schule ohne Rassismus". Tatsache sei: Überall dort, wo es eine Mehrheit gebe, gebe es die Tendenz, die Minderheit zu diskriminieren. Dem müsse man überall entgegentreten. "Menschen sind Individuen und sollten nicht nur als Teil
einer Gruppe gesehen werden."

Umdenken bei Lehrern

Kulturelle Faktoren würden allenfalls eine sekundäre Rolle spielen, meint auch Lothar Drat, Vorsitzender des Vereins gegen psychosozialen Stress und Mobbing in Wiesbaden. "90 Prozent der deutschen Kinder würden sich in ähnlicher Situation wahrscheinlich genauso verhalten." Es gebe allerdings schon Besonderheiten: Wenn perspektivlose Jugendliche kein Deutsch könnten, dann nehme körperliche Gewalt zu. Schüler, die aus dem unteren Drittel der Gesellschaft kämen, wollten damit oft ein Zeichen setzen.

Die Rütli-Schule im Berliner Stadtteil Neukölln zeigt, dass es auch anders geht - und dass engagierte Lehrer viel bewegen können. Die Schule hatte vor Jahren Aufsehen erregt, als die Lehrer in einem Brandbrief Alarm geschlagen hatte. Heute gilt sie als Modellschule. "Die Schüler dort sind immer noch die gleichen, aber die Lehrer haben ihre Haltung und ihre Programme geändert", sagt Rassismusforscherin Iman Attia von der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Die Schüler seien "nicht per se problematisch". Sie brauchten aber Lehrer, die sie wahrnähmen und ihnen Chancen aufzeigten.

 

 

Lothar Drat

Koordinator des VPSM-Fachverbundes

Kernthesen der Bielefelder Schule
die unseren konzeptionellen Arbeitsansatz prägen
Januar 2011


Risikofaktoren, die Jugendliche gewalttätig werden lassen sind
soziale Desintegration und fehlende Anerkennung!

Gewaltbereite Jugendliche bekommen häufig auf drei grundlegende
Fragen keine Antwort:

dot Wer braucht mich?
dot Wer hört mir zu?
dot Zu wem gehöre ich?

Wer sich anerkannt fühlt, der respektiert auch Regeln,
die andere vor Gewalt schützen.

Während die alltägliche Gewalt, etwa Prügeleien auf dem Schulhof oder Erpressung
von Mitschülern, sich vor allem in Haupt- und Sonderschulen ereignet, fanden die furchtbaren Amokläufe bisher in Realschulen und Gymnasien statt.

Was wir nicht wissen, sind die konkreten Auslöser für eine Tat.
Welcher Anlass ist der entscheidende Faktor, um zu einer blutigen Tat zu schreiten?
Diese Fragen kann die Wissenschaft bisher nicht beantworten.

Allerdings gibt es Früherkennungsmerkmale wie etwa Hyperaktivität,
Aggressivität in ganz jungen Jahren.

Gewalttätigkeit nimmt nicht mit zunehmenden Alter ab,
sondern verlagert sich nur aus der Öffentlichkeit ins Private!

Wir brauchen dringend neue Anerkennungsmöglichkeiten in den Schulen
jenseits von einem absurd verengten Leistungsbegriff.

Es ist ein gesellschaftlicher Skandal, dass wir vor allem auf die Jugendlichen Täter
starren, aber nicht genau betrachten wollen, was Erwachsene, Eltern oder Lehrer,
vorher versäumt oder verbrochen haben.

Die beste Kriminalpolitik ist eine gute Sozialpolitik.

Vielerorts gibt es ja schon gar keine Jugendarbeit mehr,
weil den Kommunen die finanziellen Mittel dafür ausgehen.
Jugendarbeit wird immer mehr durch Kontrollen ersetzt,
Kontrollen erzeugen aber auch Gewalt.

Es mangelt nicht nur an Geld, sondern auch an Ideen und Konzepten,
um zu einer neuen Kultur der Anerkennung zu kommen - steht aber auch nicht
auf der gesellschaftlichen Tagesordnung.

Gewalt von Vätern und Müttern ist ja häufig nicht auf ein ausgeprägtes Verbrecherverhalten der Eltern zurückzuführen, sondern auf Hilflosigkeit.

Vorgenannten Kern-Thesen des "Spiegel- Interviews" (Jahres-Chronik 2009)
von Prof. Wilhelm Heitmeyer, kann ich nur zustimmen.


 


Wir befinden uns in einem Prozess gesamtgesellschaftlicher Entwicklung
der von:

Verlust und/oder Verfall von Werten, Normen, Traditionen,
Milieu- und Glaubensvorschriften
geprägt ist und in dem Werte wie:

Erfolg, Stärke und Überlegenheit

zunehmend zu

"heiligen", systemtragenden Werten
heranwachsen!

Der, auf dem Hintergrund des Verlustes oder Verfalls
von Werten, Normen, Traditionen, Milieu- und Glaubensvorschriften
entstandene
fehlende Dialog
führt in allen gesellschaftlichen Bereichen
zu Verständigungsverlusten
und jeweils dort zu einer
Steigerung der Gewaltbereitschaft
wo an die Stelle ehemals gültiger Werte, Normen und Traditionen
(Leistung, Solidarität, Zivilcourage, Ethik, Moral ...)
allmählich Werte wie:
"Erfolg, Stärke und Überlegenheit"
bestimmend werden.

In einer Gesellschaft, in der sich Schüler und Jugendliche:

durch die Zunahme von Ohnmachtsgefühlen und Zukunftsängsten

bedroht sehen; -

bestimmt die Orientierung an Macht
und die Angst vor Ausgrenzung
vorrangig die Kommunikation
und somit Beziehungen!

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Herr Dr. Dietz 034schülermobbing1

 

Mobbing

psychische und physische Gewalt
gab es schon immer; -

neu ist aktuell nur,
dass Kinder und Jugendliche / Schüler

infolge der zunehmenden Perspektiv- und Orientierungslosigkeit
fehlenden oder brüchig gewordenen verbindlichen Werten
ein leichteres Spiel haben
zunehmend intensiver und enthemmter Gewalt anwenden
Gewalt-Phänomene (Amokläufe, Suizid) zunehmen!


Während mit zunehmenden Bildungs-Niveau
unter Kindern und Jugendlichen, wie auch bei Erwachsenen
eher psychische Gewalt angewendet wird,
konzentrieren sich diejenigen, denen die Sprache oder ähnliche
Mittel fehlen, stärker auf direkte körperliche Gewaltanwendung


Wirkungsvolle Maßnahmen gegen Mobbing,
psychische und körperliche Gewalt,
setzen ein Bündnis von Eltern, Schülern, Lehrern,
Jugendämtern, Schulbehörden, Polizei und auch externen Fachkräften
für Coaching / Beratung und auch Schlichtung / Vermittlung / Mediation
im den Bereichen Prävention und Intervention
voraus.

 

 

 

 

Fotolia NEU

 

Als externer Partner aller Beteiligten ergänzen
wir vorhandene Maßnahmen und Konzepte
in den Bereichen:
Prävention/ Intervention
Beratung/ Coaching
Training/ Schulung/ Fortbildung
Schlichtung/ Vermittlung/ Mediation

 
 

 

 

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Schwäbische Zeitung 15.05.2010

Welche Spuren Schüler-Mobbing hinterlassen kann und was Eltern dagegen tun könne, weiß Gabriele Galitschke. Die Sozialpädagogin ist Beraterin beim Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing (VPSM) und leitet die Beratungsstelle "Balance" in Gaggenau.

SZ: Frau Galitschke, welche Rolle spielt Mobbing in der Schule?

Galitschke: Egal ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium - Mobbing kann alle Schularten betreffen. Sogar in der Grundschule wird gemobbt, und das mit zunehmender Tendenz. Das kann schon in der dritten Klasse losgehen. In der Pubertät beobachten wir aber besonders viele Mobbing-Fälle.

Mobben Mädchen anders als Jungs?

Galitschke: Mädchen mobben subtiler. Sie verbreiten Gerüchte und tratschen. Im Zickenkrieg geht es meist um Jungs. Die wiederum handeln beim Mobbing offenkundiger und aggressiver.

Wie können Eltern und Lehrer Mobbing erkennen?

Galitschke: Eltern merken es daran, dass sich das Verhalten des Kindes ändert. Es zieht sich zurück und will nicht mehr zur Schule gehen. Auch Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Übelkeit sind Anzeichen. Lehrer können Mobbing an einer nachlassenden Leistung bemerken. Die Noten werden schlechter, die Schule wird geschwänzt oder der Schulbesuch ganz verweigert.

Was können Erwachsene tun?

Galitschke: Eltern und Lehrer sollten das Gespräch mit dem Kind suchen. Sie sollten Verständnis zeigen und auf keinen Fall fragen, welichen Beitrag es zur Situation leistete. Dies verstärkt das Ganze nur. Lässt sich der Konflikt nicht lösen, sollte eine Beratungsstelle, zum Beispiel der VPSM oder der schulpsychologische Dienst kontaktiert werden.

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ZEIT ONLINE 07.12.2009

Mobbing-Angst

Ich werde hier voll gemobbt!

Mobbing an Schulen ist ein erkanntes Problem. Zugleich ist der Ausdruck zum
Modebegriff geworden. Manche Reiberei würden Kinder leichter
untereinander klären.

Es begann mit einem harmlosen Handyfoto, das die 12-jährige Julia von ihrer Schulfreundin Carla schoss. Die war nämlich eines Morgens mit gelockten Haaren im Gymnasium erschienen. Carlas Mädchenclique fand das "irgendwie drollig". Sie sähe
aus "wie Shaun das Schaf". Den und ähnliche Sprüche musste sich Carla anhören.
Carla, ein dominantes Mädchen, war es nicht gewohnt, veräppelt zu werden. Ihre
Mutter rief erbost bei Julia an, um sich über den Schnappschuss zu beschweren,
den Julia nicht weiter verbreitet hatte. Sie trat in der Schule eine Lawine an
Anti-Mobbing-Maßnahmen los.

Fälle wie diesen, in dem Eltern sich vorschnell in die Konflikte Gleichaltriger einmischen
und behaupten, ihr Kind werde gemobbt, erlebt der Sozialpädagoge Lothar Drat vom Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing e.V. aus Wiesbaden immer wieder.
Von Hysterie will er zwar noch nicht sprechen, es gebe jedoch Hinweise, dass viele
Eltern heute schneller als früher intervenieren, wenn es um ihre Kinder geht. "
Allerdings handelt es sich dabei vorwiegend um Eltern aus der Mittel- und Oberschicht
und oft um solche mit sozialen Berufen wie Lehrer, Sozialpädagogen, Psychologen",
so Drat.

Die Pädagogin und Mediatorin Christa D. Schäfer vom MediationsZentrum Berlin e.V. bestätigt das. "Alle sind sensibler geworden - das ist eigentlich eine schöne Sache." Allerdings wird der Begriff Mobbing heutzutage von vielen recht inflationär verwendet.
Die Eltern bringen ihn laut Drat aus Hilflosigkeit ins Spiel. Sie möchten vor allem, dass Lehrer, Schulamtsvertreter etc. schnell eingreifen, wenn ihr Kind Hilfe braucht.

Nach den Erfahrungen von Schäfer, die den Berliner Schulen als Mediatorin zur
Verfügung steht, gehen auch viele Kinder und Jugendliche mit dem Begriff recht bedenkenlos um: "In manchen Gegenden gehört der Begriff einfach zum alltäglichen Sprachgebrauch, ohne dass die Kinder und Jugendlichen genau wissen, was sich
dahinter verbirgt. Viele sind auch durch die Schule so sozialisiert, dass der Mobbing-Vorwurf sehr schnell ins Spiel kommt."

Laut Drat gab es eine ähnlich extreme Sensibilisierung vor 15 Jahren, als die öffentliche Diskussion zum Thema sexueller Missbrauch ihren Höhepunkt erreichte. "Mobbing ist ein Modebegriff geworden", sagt Drat. Er wird von manchen Kindern und Jugendlichen bewusst instrumentalisiert. Manche machen sich damit wichtig, versuchen Aufmerksamkeit zu erregen, andere gegeneinander auszuspielen. Manche verschanzen sich auch dahinter, um nicht an eigenen Schwächen arbeiten zu müssen.

Selbst kleine Kinder hätten inzwischen kapiert, dass der Ausdruck eine eigene Macht besitzt. "Die reagieren dann beispielsweise auf Strafen wie Taschengeldentzug mit Sätzen wie 'Mama, du mobbst mich'", erzählt Drat.

Der Mobbing-Vorwurf wurde schließlich auch im Fall Carla erhoben. Zwei Schüler der Oberstufe (die Anti-Mobbing-Beauftragten der Schule), die Direktorin und eine Schulpsychologin wurden benachrichtigt. Die Psychologin verteilte Fragebögen, sprach
mit allen Beteiligten und fand bald heraus, dass die Anschuldigungen überzogen waren. Die Anti-Mobbing-Beauftragten waren zuvor jedoch über ihr Ziel hinaus geschossen.
Sie hatten die Mädchen aus Carlas Clique ins Kreuzverhör genommen und mit Suggestivfragen traktiert.

"Warn- und Eingreifsysteme gegen Mobbing, in denen Schüler zwischen Schülern schlichten, funktionieren in der Regel ganz gut," so Drat, "ich bezweifle jedoch, dass
sie das immer tun, weil der Eine oder Andere gern auch mal den Sheriff spielt". Im Gegensatz dazu halten sich Lehrer nach Schäfers Beobachtungen aus Mobbing-Konflikten inzwischen manchmal zu oft heraus, weil es ja an ihren Schulen Schlichter und Mediatoren gebe.

Sowohl Schäfer als auch Drat warnen jedoch vor einer Bagatellisierung und Verkennung echten Mobbings. Deshalb gelte für Eltern und Lehrer gleichermaßen: Mit Kindern und Schülern im Gespräch bleiben, gut zuhören und die Schilderungen mit der nötigen Distanz analysieren. Auf keinen Fall sollte man einem Kind, das behauptet, es werde gemobbt, zu früh die Frage stellen: "Und was hast du dazu beigetragen?" Zudem fordert Schäfer, dass die Schulen noch mehr als bisher präventiv arbeiten: "Es gibt viele, die im Bereich soziales Lernen nichts machen und sich dann wundern, wenn es explodiert."

Eltern, Lehrer, Schlichter und Mediatoren sollten sich jedoch immer wieder ihre eigene Begrenztheit bewusst machen. In vielen Fällen kann man darauf vertrauen, dass Kinder und Jugendliche Querelen und Reibereien untereinander klären. Ein einzelnes Lösungskonzept ideologisch zu vertreten, ist nicht sinnvoll: "Wenn Leute etwa die Mediation grundsätzlich über jeden Konflikt stülpen wollten", so Drat, "dann verpassen sie vielleicht einfache Lösungschancen." Früher hat zum Beispiel auch der Hausmeister mal ganz pragmatisch eingegriffen.

Carlas Clique hatte sich sowieso schon lange einen Verhaltenskodex gegeben. Die Mädchen nahmen Fairness sehr wichtig. Eine von ihnen wurde inzwischen zur Anti-Mobbing-Beauftragten der Schule gewählt. Es ist allerdings nicht Carla.

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Wiesbadener Kurier 30.10.2009

Mobbing in der Schule - Diskussionsabend in Wiesbaden hilft Eltern und Lehrern


Von Nicola Böhme

Mein Kind wird in der Schule gemobbt, was kann ich dagegen tun? Ein wenig Licht ins Dunkel um das viel diskutierte Thema brachte eine gemeinsame Veranstaltung der Abteilung Jugendarbeit im Amt für Soziale Arbeit, Stadtelternbeirat und Kurier, zu der Eltern, Lehrer und auch einige Schüler ins Pressehaus geladen worden waren.

"Mobbing gab es schon immer und wird es auch immer geben", räumte Christoph Kluss vom Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing (VPSM) in seinem Vortrag gleich zu Beginn ein. Gleichwohl müsse man genau hinterfragen, wann es sich um einen Konflikt und wann es sich tatsächlich um Mobbing handele. Denn Mobbing, so Kluss, sei ein tiefgründiger intensiver Konflikt, ... der darauf abziele, den Gemobbten aus einer Gemeinschaft, etwa dem Klassenverband, endgültig auszuschließen.

Begriff wird häufig missbraucht

Konflikte wurden früher noch mit einem handfesten Streit oder vielleicht auch
einer Prügelei geklärt und endgültig aus der Welt geschaffen. "Mobbing ist
weitaus subtiler", so Kluss, mit den neuen Medien sei auch noch die neue
Qualität des Cybermobbing im Internet oder per Handy dazugekommen.

Doch was können Eltern nun wirklich tun, wenn sie bemerken, dass ihr Kind gemobbt wird? "Zuhören, das Kind ernst und sich Zeit für das Gespräch nehmen, darauf eingehen und klug nachfragen, ohne dabei in Vorwürfe zu verfallen", sind sich Kluss und Ihle-Mörlein einig. Ganz wichtig sei die Vertraulichkeit zwischen Kind und Eltern, nur so habe man die Chance, die ganze Wahrheit zu erfahren. Die Bezeichnungen Opfer und Täter hören alle Experten in diesem Zusammenhang nicht so gerne, denn oft verwischten die Grenzen ... .

Sollten betroffene Eltern auf die Eltern der "Gegenpartei" zugehen? Davon rät
Gaby Göbel aus der Abteilung Internetkriminalität Landeskriminalamt ab.
"Damit machen Sie ein Opfer erst amtlich", sagt sie. Ratsamer sei es, einen objektiven Coach, einen Mediator oder Streitschlichter, jemand der
unabhängig ist, einzuschalten. ...

 

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Benjamin evang. Zeitschrift für Mädchen und Jungen 09/06

Nachgefragt Artikel aus der Zeitschrift "Benjamin"

Nicht alle Kinder haben Schulfreunde, manche spielen lieber allein oder mit Kindern
aus der Nachbarschaft.

Doch wenn ein Kind systematisch aus der Gemeinschaft der Klasse gedrängt wird,
müssen die Eltern handeln.

Aber wie? Diplom-Sozialpädagoge Lothar Drat, Initiator des Vereins gegen
psychosozialen Stress und Mobbing (VPSM), sagt, was Eltern tun können.

? Was ist Mobbing in der Schule?

! Wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum systematisch ins Abseits gestellt wird
und für die Mitschüler als Blitzableiter dient, das ist Mobbing. Dazu gehört das Lästern über den Mitschüler, die Ausgrenzung und das Beschädigen seines Eigentums. Die Gruppendynamik führt dazu, dass immer mehr Kinder mitmachen.

? Woran merken Eltern, dass ihr Kind gemobbt wird?

! Erste Anzeichen sind, dass das Kind anders von der Schule redet, vielleicht nicht mehr
so ausführlich wie früher, oder es zieht sich generell zurück. Gemobbte Kinder sind nicht die klassischen Außenseiter: Neid ist der Hauptgrund für Mobbing. Es kann sein, dass
ein Junge gemobbt wird, weil er der Beste der Klasse ist oder besonders gut bei den Mädchen ankommt.

? Was können Eltern tun?

! Am wichtigsten ist es, dem Kind zuzuhören. Auch die Geschichten, die man für unmöglich hält, sollten nicht gleich bewertet werden. Der Satz: „Da hast Du doch bestimmt was
dazu beigetragen?“ ist immer falsch. Kinder brauchen zunächst Verständnis. Eltern
sollten sich fragen, was das Selbstbewusstsein ihres Kindes wieder steigern kann: Vielleicht kann es Verbündete in der Klasse finden oder es geht in einen Fußballverein
und gibt dort einen prima Linksverteidiger ab.

? Und wenn das Kind keinen Ausweg findet?

! Dann sollten Eltern externe Hilfe suchen, am besten bei Mobbingberatungsstellen
oder dem schulpsychologischen Dienst.

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Alverde / DM - Markt 07/06

... und raus bist du!
Hänseln, ärgern oder einfach nicht mitspielen lassen –
Mobbing gibt es nicht nur unter Erwachsenen am
Arbeitsplatz, sondern ist auch unter Kindern weit verbreitet

Die Pausen sind am schlimmsten. Entweder lachen sie über ihre uncoolen Schuhe
oder hören auf zu reden, wenn sie den Raum betritt. Des öfteren wandert ihr
Mäppchen von Kind zu Kind durchs Klassenzimmer,vor kurzem hat es einer zum
Fenster rausgeworfen. Lena geht nicht gern zur Schule.

Mobbing gibt es in jederAlterstufe. „Doch besonders in der Pubertät, in der Kinder
und Jugendliche nach Orientierung suchen, ist die Gefahr groß“, sagt Lothar Drat,
Diplom-Sozialpädagoge und Gründer des Vereins gegen psychosozialen Stress und Mobbing e.V. (VPSM) in Wiesbaden. „In diesem Alter geht es eher darum, zu einer
Gruppe dazuzugehören, statt ihre Ziele zu hinterfragen.“Mobbing meint eine Form
von offener oder subtiler Gewalt, die sich sowohl verbal als physischäußern kann. Lächerlich machen oder bloß stellen sind ebenso Facetten des Mobbings wie
Ausgrenzung oder Beschädigung von Eigentum. Eines ist aber immer gleich:
Die Angriffe vollziehen sich stets systematisch.

„Konflikte gehören zum Leben dazu, man kann und soll sie nicht völlig verbieten“, sagt
Lothar Drat. „Doch wenn sich Angriffe nicht mehr aufverschiedene Personen verteilen, sondern ein Mensch immer im Blickpunkt der anderen steht, ist es höchste Zeit zu handeln.“

Gruppendynamik entsteht

Was mit Foppen oder einem Schubs anfängt, wird für die betroffenen Kinder schließlich
zur täglichen Qual. Oft sind es nicht einzelne Täter, von denen die Aktionen ausgehen,
es setzt vielmehr eine Gruppendynamik ein: Immer mehr Klassenkameraden machen mit.
Die Opfer werden zunehmend isoliert. Statt des Signals „aufhören!“ erhalten die Mobber
durch aktive Nachahmer oder passive Zuschauer noch eine Bestätigung ihres Tuns.
Die Täter fühlen sich dadurch bestärkt undüben soziale Macht aus. Wie ihre Opfer haben
sie im Grunde häufig ein geringes Selbstwertgefühl und versuchen dies durch verbale
oder handgreifliche Attacken zu kompensieren.

Jungen neigen übrigens eher zu offenem, aggressiven Verhalten, schubsen, hauen
oder nehmen den Schwächeren Schulranzen oder Taschengeld weg. Mädchen hingegen
gehen meist subtiler vor. Sie verbreiten Gerüchte, tratschen oder grenzen Mitschüler
aus. „Man kann in Tätern auch Opfer sehen“, sagt Lothar Drat. Ein gesellschaftliches Klima, in dem Werte und Normen fehlen oder das Tragen von Markenkleidung über Zugehörigkeiten entscheidet, trägt dazu bei. Vor allem dann,wenn sich viele Menschen diese Statussymbole gleichzeitig nichtmehr leisten können. Der Anteil derer, die sich ausgegrenzt fühlen, wird dadurch immer größer. Billige Klamotten? Rote Haare?
Es gibt keine Persönlichkeitsmerkmale, die Kinder als Opfer prädestinieren.
„In derRegel sind es reineÄußerlichkeiten, die andere nutzen können.
Schließlich erhält der Prozess eine Eigendynamik und steigert sich“,weiß Lothar Drat.
Meistens ist es ein ganzes Bündel an Ursachen, die dem Mobbing zu Grunde liegen.
Letztlich verfügen die Kinder jedoch nichtüber die Fähigkeit, den Angriffen der Täter
entgegenzutreten. Wie kann man helfen? Betroffene Kinder brauchen Unterstützung
aus ihrem Umfeld. Das erfordert von Eltern und Lehrern viel Aufmerksamkeit, denn sie müssen die Anzeichen von Mobbing erkennen: Möchte das Kind plötzlich nicht mehr
zur Schule gehen? Verhält es sich nervös oder aggressiv? Zieht es sich zurück oder
leidet unterAlbträumen? Prinzipiell gilt: Je früher man Anzeichen für Konflikte erkennt, desto besser. Denn je länger eine Eskalation anhält, desto schwieriger wird es, sich
aus dem Prozess zu lösen. Es ist wichtig, dass betroffene Kinder mit einem Erwachsenen über die Vorfälle sprechen können. „Eltern sollten ihrem Kind aufmerksam zuhören, ihm zeigen, dass sie es ernst nehmen und es keine Schuldgefühle haben muss. Hilfreich
ist zu signalisieren‚wir glauben dir’“ und dem Kind Wärme, Sicherheit, Verständnis und Geborgenheit entgegenzubringen“, rät der Sozialpädagoge.
Fragen wie „Und was hast du gemacht?“, sind wenig hilfreich. Besser, man bespricht gemeinsam in Ruhe, wie man weiter vorgehen möchte.

Situation von außen betrachten

Experten raten dazu, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. „Eltern sind parteiisch
und müssen das auch sein. Externe Berater hingegen können meistens besser beobachten und das Ursachenbündel einer Eskalation analysieren“, sagt Lothar Drat.
Der Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing arbeitet seit elf Jahren erfolgreich nach dem Verfahren„Schlichtung, Vermittlung, Mediation“: Jede Partei, also Opfer, Täter, gegebenenfalls auch Mitläufer, bekommen einen unabhängigen Coach zur Seite gestellt. Diese verhandeln untereinander und mit den anderen Parteien.„Wir verstehen uns in diesem Verfahren als externe Feuerwehr, die versucht, den Konflikt zu löschen, und nicht als Polizei, die nach Schuldzuweisungen sucht“, erläutert der Sozialpädagoge. Ein möglicher Einstieg sei beispielsweise eine Unterrichtseinheit, die zum Thema passt.
„Filme, die entsprechende Konfliktsituationen nachstellen, können beispielsweise
ein Klima erzeugen, das die Schüler für die Situation sensibilisiert“, sagt Lothar Drat. „Doch letztlich gibt es keine Patentlösung.“ Davon, die Täter oder deren Eltern selbst
zur Rede zu stellen, raten Fachleute Eltern betroffener Kinder ab.

 
 

Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie
hier in unserem Buch-Projekt 1995 - 2010!

 
 

 

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Mobbing: Interview mit Sven Breitenstein

Wann hört Spaß auf, wann fängt Mobbing an? Experte Sven Breitenstein erzählt im SPIESSER-Interview, was Mobbing eigentlich ist, was man dagegen tun und wohin
man sich wenden kann.

SPIESSER: Was ist Mobbing?

Sven Breitenstein: Mobbing kommt aus dem Englischen von "to mob" (jemanden anpöbeln, jemanden fertigmachen). Dabei wird jemand schikaniert, belästigt, drangsaliert, beleidigt, ausgegrenzt oder bespielsweise mit kränkenden Arbeitsaufgaben bedacht. Wenn man
etwas als Mobbing bezeichnen möchte, dann muss dies häufig und wiederholt auftreten
und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken mit dem Ziel, das Opfer auszugrenzen.

Wie kann man Mobbing zu normalen Konflikten abgrenzen?

Sven Breitenstein: Viele gebrauchen fälschlicher Weise den Begriff Mobbing. Es gibt normale Konflikte, Streit, Aggressionen und Gewalt. Mobbing ist ein kontinuierlicher zielgerichteter Prozess, das der Unterschied. Entscheidend ist dabei immer, wie das Opfer sich fühlt.
Auch wenn Täter ihr Handeln als nicht so schlimm bewerten, wichtig ist die subjektive Wahrnehmung des Opfers.

Hat Mobbing zugenommen?

Sven Breitenstein: Ja, sowohl im Arbeits- als auch im schulischen Bereich. Wöchentlich werden nach einer Studie der Uni München aus dem Jahr 2007 rund 500.000 Schüler gemobbt. Ca. 600.000 Schüler haben Tätererfahrung, damit ist Mobbing ein täglich
präsentes Thema.

Warum zugenommen?

Sven Breitenstein: Weil vor allem der Konkurrenzkampf zugenommen hat, alles ist härter geworden. Dazu werden soziale Unterschiede immer deutlicher. Mobbing ermöglicht es, sich mit zielgerichteten Handlungen in eine bessere Position zu bringen, andere rauszudrängen und sich selbst das Gefühl von Stärke und Macht zu geben.

Ist Mobbing in der Schule, bzw. Mobbing unter Jugendlichen anders
als Mobbing am Arbeitsplatz?

Sven Breitenstein: Es kommt die körperliche Gewalt hinzu. Und eine Spezialität im Mobbingbereich bei Jugendlichen und Schülern ist natürlich das so genannte
Cybermobbing.

Können Sie daruf noch Stück näher eingehen, bitte?

Sven Breitenstein: Cybermobbing ist das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen von Personen im Internet oder mit dem Handy - meist über einen längeren Zeitraum. Dabei werden unterschiedlichen Internet- und Handydienste verwendet: wie z.B.
im Internet durch E-Mails, Instant Messaging, in Chatrooms, in Diskusssionsforen, in Sozialen Netzwerken, auf Foto- oder Videoplattformen, in Blogs und am Handy z.B. durch lästige Anrufe, SMS, Nachrichten auf der Mailbox, Handykamera etc. Und fast jeder hat ein Handy, fast jeder ist in irgendwelchen Internetforen angemeldet. Das betrifft nicht nur Schüler, sondern richtet sich teilweise auch gegen Lehrer. Bis man eine Löschung von öffentlichen Aussagen erreicht, ist natürlich ein aufwändiges Verfahren. Cybermobbbing ermöglicht "rund um die Uhr"
Eingriffe in die Privatsphäre, es sei denn, man benutzt keine neuen Medien.

Gibt es das klassische Opfer?

Sven Breitenstein: Grundsätzlich gibt es keinen speziellen Opfertyp. Jeder kann zum Mobbing-Opfer werden. Aber es gibt natürliche begünstigende Faktoren, z.B. auffälliges oder andersartiges Aussehen. Dann natürlich Ungeschicklichkeit, Hilflosigkeit, vielleicht auch ein gewaltsensibler oder gewaltverächtender familärer Hintergrund, ängstliches überangepasstes Verhalten. Auch besonders gut und leistungsstark zu sein, kann Mobbing fördern, weil dadurch Neid entsteht und so kann man schnell ins Visier geraten.

Gibt es genug Präventionsarbeit?

Sven Breitenstein: Ganz klar: Nein

Was passiert eigentlich mit den Menschen, die Mobbingopfer werden?

Sven Breitenstein: Oft entstehen oder steigern sich ohnhin schon vorhandene Selbstwertprobleme. Es kann zu Ängsten kommen, zu Schlafstörungen, nachlassenden Schulleistunge bis hin zu völligem Versagen. Natürlich Rückzug, Isolation. Auch körperliche Symptome: häufige Infekte, Magenprobleme, Atemwegserkrankungen, Kopfschmerzen, bis hin zu psychischen Problemen: Depression, Angsterkrankungen, Tramatisierungen, die teilweise auch bis zu einer kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung führen. Und im schlimmsten Fall kommt es zu Selbstmordgedanken und zu Suizid. Man geht davon aus, jeder 6. Suizid in Deutschland auf Mobbing zurückzuführen ist.

Was können Jugendliche tun, die Zeuge von Mobbing werden?

Sven Breitenstein: Die Königsdisziplinen beim Mobbing sind Vorbeugen und sehr frühes Eingreifen. Auf den Betroffenen zugehen, zuhören und das nicht abzutun. Dem Betroffen Hilfe anbieten, sich Hilfe zu holen. Weil Mobbingopfer in der Regel nicht mehr in der Lage sind, sich alleine zu wehren. Man kann auch auf andere, scheinbar Unbeteiligte in der Klasse zugehen. Das heißt: Zivlcourage zeigen, das Thema öffentlich machen, weil Mobbing gedeiht natürlich am besten dort, wo alle schweigen. Auch mit dem Vertrauenslehrer kann man sprechen. Manche Schulen tun sich natürlich auch schwer damit, zuzugeben, dass Mobbing bei ihnen
ein brisantes und aktuelles Thema ist.

Warum?

Sven Breitenstein: Man müsste dann ja was tun. Das ist natürlich erst einmal Aufwand. Gegebenenfalls kostet das auch Zeit und manchmal kostet das auch Geld, wenn man sich Hilfe von außen holt. Wichtig ist: Klare Strukturen und Regeln zu haben und dass Schüler wissen, Mobbing hat an meiner Schule Konsequenzen.

Ist Mobbing eine Frage von Intelligenz oder zieht sich diese Art von Ausgrenzung durch alle Schichten?

Sven Breitenstein: Ich würde definitiv sagen, Mobbing zieht sich durch alle Schichten. Die Wahl der Mittel ist dabei natürlich unterschiedlich. Gewalt spielt im Haupt- und Regelschulbereich eine größere Rolle, während Abiturienten eher ohne körperliche Gewalt mobben.

Wenn ich Mobbingopfer bin, wohin kann ich micht wenden, wenn ich Hilfe brauche?

Sven Breitenstein: Also erst einmal ist die Schwierigkeit, dass sich Mobbingopfer überhaupt Hilfe holen. Ein wichtiger Punkt ist, wenn ich gemobbt werde, dass ich ein so genanntes Mobbingetagebuch führe. Dass ich auch alles aufschreibe: Wer hat wann was wo wie gesagt, gemacht. Dass ich SMS aufhebe, E-Mails usw... Opfer haben so auch einen Nachweis, denn es ist nicht leicht, Mobbing nachzuweisen, weil vieles auf subjektiven Empfindungen beruht.

Wer Hilfe sucht, ob als Betroffener von Mobbing oder als Zeuge:
Ihr könnt euch an den Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing wenden.
Dort helfen Experten und Fachleute. Der Verein hat Ansprechpartner in allen Bundesländern. www.vpsm.de

 

 

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